Starnberg – Eltern von Schulkindern im Landkreis Starnberg werden sich künftig schwertun, ihre Kinder bei Schulveranstaltungen zu fotografieren. Grund ist eine neue Direktive des Staatlichen Schulamts, das allen Grund- und Mittelschulen empfiehlt, „das Recht der Kinder am eigenen Bild zu schützen“, wie die Direktorin Elisabeth Hirschnagl-Pöllmann erklärt.
Sie verweist dazu auf die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Aufnahmen von fremden Kindern seien generell nicht zu gestatten, sagt die Schulamts-Direktorin. Eltern könnten zwar Fotos ihrer Kinder machen, müssten jedoch darauf achten, dass kein anderes Kind auf dem Bild zu sehen sei. „Das betrifft ein Schulfest genauso wie Theateraufführungen oder musikalische Darbietungen.“ Der Grund sei der mögliche Missbrauch von Fotos. „Wir können heutzutage nicht mehr sicher sein, dass diese Bilder nur im Fotoalbum landen.“ Sie werde dies in einem Rundschreiben an die Schule bekannt geben und hoffe auf die Akzeptanz der Eltern. Schule sei nun mal ein geschützter Raum.
Wie berichtet, ist die Unsicherheit an den Schulen derzeit groß. Der bayerische Datenschutzbeauftragte Thomas Petri hatte gegenüber unserer Zeitung gesagt, er rate Eltern, im Zweifelsfall nachzufragen, falls andere Kinder mit ins Bild gerieten. Das habe er aber seit jeher so gesagt – mit der neuen Richtlinie DSGVO habe das nichts zu tun.
peter schiebel