Hilfspfleger an 67 Orten eingesetzt

von Redaktion

36-Jähriger sitzt seit März in Haft – Staatsanwaltschaft ermittelt

München – Der Hilfspfleger, der in Ottobrunn (Kreis München) einen Senior mit Insulin getötet haben soll, war nach neuen Erkenntnissen der Ermittler an 67 Orten in Deutschland tätig. Das bedeute aber nicht, „dass wir in jedem Fall einen Mordversuch annehmen“, sagte am Donnerstag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding. „Immer wenn wir erfahren, er war dort, versuchen wir die Bevölkerung aufmerksam zu machen.“

Die Ermittler hoffen dabei auf weitere Hinweise in dem Fall, der im März bundesweit Aufsehen erregt hatte. Die Anklagebehörde gehe derzeit von „mehr als einem Mord“ an Pflegebedürftigen und mehreren Mordversuchen aus. Anfang März war von zehn möglichen Todesfällen die Rede, diese Zahl wurde aber gestern nicht wiederholt.

Dem 36 Jahre alten Mann aus Polen werden zudem mehrere Diebstähle zur Last gelegt. Der Hilfspfleger sitzt in Untersuchungshaft, weil er einen 87-jährigen Pflegebedürftigen in Ottobrunn bei München mit Insulin getötet haben soll.

Die Spur des Manns, der über Vermittlungsagenturen aus Polen und der Slowakei Anstellungen fand, führt quer durch Deutschland: Auch ein 84 Jahre alter Mann im Landkreis Kitzingen könnte Opfer des Hilfspflegers geworden sein. Die Mordkommission war danach auf weitere verdächtige Fälle gestoßen. Im baden-württembergischen Waiblingen, in Mülheim an der Ruhr, in Weilheim und Aresing in Oberbayern kamen nach früheren Angaben der Polizei Pflegebedürftige ins Krankenhaus, nachdem sie von dem Mann betreut worden waren. Das Auffallende: Bei allen seien nicht erklärbare, extrem niedrige Blutzuckerwerte festgestellt worden. Dabei hatte keiner Diabetes.  mm/lby

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