Masskrug-Werfer festgenommen

von Redaktion

Geretsrieder (18) mit griechischem Pass hatte Polizisten angegriffen – Geständnis vom Täter

Geretsried – Die Polizei hat den jungen Mann, der in der Nacht auf Sonntag am Rand der Sonnwendfeier der Egerländer Gmoi einen Masskrug auf einen Polizisten geworfen hat, festgenommen. Schon am späten Sonntagnachmittag wurde er in der Nähe des Tatorts, der Geretsrieder Böhmwiese, aufgegriffen. Der wegen verschiedener Körperverletzungen und Eigentumsdelikten den Behörden bekannte Geretsrieder (18) mit griechischem Pass hat die Tat gestanden und sitzt in U-Haft.

Er war Teil einer Gruppe, die sich zusammengetan hatte, um Streit zu suchen. Als die Veranstalter der Sache nicht mehr Herr wurden und die Polizei riefen, eskalierte es. Der offenbar gezielt geworfene Masskrug verletzte einen Polizisten am Oberkörper. Er konnte am Montag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Weil der Krug ihn auch schwerer hätte treffen können, ermittelt die Polizei wegen versuchten Totschlags. Jetzt fahndet die Polizei nach drei weiteren Randalierern, 16, 18 und 19 Jahre alt. Im Raum stehen die Delikte Beleidigung, Körperverletzung, Landfriedensbruch sowie versuchte Gefangenenbefreiung. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kripo Weilheim unter Telefon (0 88 1) 64 00 zu melden.

Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern, ist alarmiert von dem Gewaltexzess gegen seine Beamten. „Ich sehe es mit großer Besorgnis, dass Polizeibeamte und Rettungskräfte schon aus nichtigen Anlässen immer öfter zur Zielscheibe von Aggression, brutaler Gewalt und zunehmender Verrohung werden. Der sinkende Respekt vor der Uniform wird schleichend zum Dauerzustand in unserer Gesellschaft.“ Aus genau diesem Grund werde in diesem Fall besonders akribisch ermittelt. „Normgerechtes Verhalten verliert offenbar immer mehr an Wert.“ Kopp hofft, dass die Justiz „deutliche Strafen“ verhängt, um Polizeibeamte oder Rettungskräfte vor solchen Gewaltausbrüchen in Zukunft zu schützen. Volker Ufertinger

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