Zum Siebenschläfertag

Samstag kehrt der Sommer zurück

von Redaktion

von Katja Brenner

München – „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass“ oder „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne“, lauten zwei der unzähligen Merksprüche zum 27. Juni, dem Siebenschläfertag. Im Volksmund heißt es, man könne anhand des Wetters an diesem Tag voraussagen, wie es in den kommenden sieben Wochen wird. Ist es schlecht, bleibt es schlecht, ist es gut, bleibt es gut. Doch was ist dran an der Bauernweisheit?

„Man darf den Tag eigentlich nicht einzeln betrachten“, erklärt Guido Wolz, Leiter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in München. Nicht der eine Stichtag sei entscheidend für das Sommerwetter, sondern die Großwetterlage über Mitteleuropa. Aussagekräftiger sei es daher, einen weiter gefassten Zeitraum zu betrachten, rund zwei Wochen, Ende Juni, Anfang Juli. Die seien für die Vorhersage verlässlicher, haben allerdings gerade erst angefangen.

Wissenschaftliche Genauigkeit hin oder her: In Süddeutschland liegt die Bauernregel meist richtig. Meteorologischen Statistiken zufolge treffen die Vorhersagen zum Siebenschläfer zu 62 bis 70 Prozent zu. Eine erstaunlich hohe Quote, denn die Regel entstand schon vor der Gregorianischen Kalenderreform aus dem Jahr 1582. Wie wird also das Wetter am Siebenschläfertag?

Für Gesamtdeutschland sieht es gut aus, da herrscht Hochdruckeinfluss. Für Bayern bleibt zu hoffen, dass die Bauernregel heuer mal eine Ausnahme macht. Denn hier sind Ausläufer eines Tiefdruckgebiets über Ost- und Südosteuropa wetterbestimmend. „Ganz trocken wird es wohl nicht“, so die Prognose von DWD-Leiter Guido Wolz. Am Alpenrand müsse mit Schauern gerechnet werden, im übrigen Bayern könnte es bedeckt, aber trocken bleiben. Die Temperaturen steigen wahrscheinlich nicht höher als 21 Grad Celsius. Danach wird es nass. Donnerstag und Freitag lässt sich Dauerregen nicht ausschließen. Für das Wochenende hat der DWD allerdings gute Nachrichten zu vermelden: Temperaturen von 26 bis 32 Grad Celsius, dazu eitel Sonnenschein. Derart hochsommerlich bleibt es aller Voraussicht nach bis einschließlich Dienstag. Was danach kommt, ist ungewiss. Wirklich verlässliche Vorhersagen lassen sich laut DWD immer nur für jeweils sieben bis zehn Tage treffen, nicht jedoch für sieben Wochen.

Apropos Siebenschläfer: Namensgebend für den Tag ist nicht etwa das possierliche Tierchen, sondern eine Heiligenlegende, die von den sieben Schläfern von Ephesus. Sie sollen Zuflucht vor religiöser Verfolgung in einer Berghöhle gefunden haben, wurden aber entdeckt und lebendig eingemauert. Der Legende nach starben sie jedoch nicht, sondern verfielen in einen 195 Jahre dauernden Schlaf. Die erste Lateinische Übersetzung der Legende stammt aus dem 6. Jahrhundert. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Siebenschläfer als Heilige verehrt – und galten als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

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