Grainau – Ein gewaltiger Bergsturz vor 3750 Jahren hat die Gegend nördlich der Zugspitze nachhaltig verändert. Wahrscheinlich war Deutschlands höchster Berg (2962 Meter) früher noch höher, ehe die Felsen abbrachen. Das haben Geologen des Landesamts für Umwelt herausgefunden, die den geologischen Untergrund für die Erstellung neuer Karten untersucht haben. Durch die Lawine sei in der Bronzezeit damals beinahe die wichtigste Fernhandelsroute ins österreichische Inntal verschüttet worden, berichtete der Leiter des Geologischen Dienstes beim LfU, Roland Eichhorn, bei der Übergabe der Karten in Garmisch-Partenkirchen.
Ungefähr um 1730 vor Christus brachen an der Nordflanke gewaltige Gesteinsmassen ab. Es sei „relativ wahrscheinlich“, dass die Zugspitze früher höher gewesen sei, ehe die 200 Millionen Kubikmeter Gestein Richtung Tal rasten – wie hoch, dazu gibt es keine Einschätzung. Der damals schon vorhandene Eibsee sei von der Gesteinslawine förmlich überrollt worden. Felsbrocken zum Teil von der Größe eines Einfamilienhauses rollten rund 100 Meter den gegenüberliegenden Hang wieder hinauf. Die Gegend ist seitdem von Felstrümmern durchsetzt. Im Eibsee entstanden Inseln und Untiefen, die auch heute noch existieren. „Aufgrund der Klimaerwärmung nimmt die Gefahr von Georisiken zwar zu“, erklärte Eichhorn. „Aber ein Bergsturz solchen Ausmaßes ist in den bayerischen Alpen glücklicherweise derzeit nicht absehbar.“ dirk walter