München – Mit einem Festakt wird heute in Passau Bayerns neue Grenzpolizei gegründet: Der Behörde gehören 500 Beamte an, im Laufe der Jahre soll sie auf 1000 Polizisten aufgestockt werden. Obwohl Grenzkontrollen zu den hoheitlichen Aufgaben des Bundes zählen, sind fortan auch Kontrollen durch die bayerischen Beamten geplant.
Chef der Einheit wird Alois Mannichl, der 2008 öffentliche Bekanntheit erlangte: Damals stach den damaligen Passauer Polizei-Chef ein Unbekannter vor seinem Haus mit einem Messer nieder und verletzte ihn schwer. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt. Es gibt Vermutungen, dass Rechtsextreme dahinter stecken könnten.
Vorab kritisierte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die neue Grenzpolizei. Sie befürchtet eine starke Belastung der Bürger im Grenzraum durch Mehrfachkontrollen und eine negative Signalwirkung an die Bundespolizisten. „Wir arbeiten bereits mit der bayerischen Landespolizei eng zusammen, das hat sich bewährt“, sagte der Vorsitzende der GdP in der Bundespolizei Jörg Radek. Er fordert, dass die Landespolizei beim Grenzschutz klar der Bundespolizei unterstellt sein müsse. Andreas Roßkopf, GdP-Vertreter der bayerischen Bundespolizei, sieht in der Grenzpolizei auch eine Geringschätzung der Bundespolizisten: „Unsere Kollegen haben seit Beginn der Migrationskrise 2015 Unglaubliches geleistet. Die Belastungen waren enorm“, sagt er. dpa