von Redaktion

Nachts schlummere ich normalerweise in meinem Nest. Vor etwa eineinhalb Wochen leuchtete der Mond aber so hell, dass ich nicht einschlafen konnte. Irgendwann entschloss ich mich, eine Runde auf dem Wasser zu paddeln. „Danach klappt es bestimmt besser mit dem Einschlafen“, dachte ich. Kaum auf dem Wasser tauchte neben mir Karpfen Franz-Josef auf. „Kannst du auch nicht schlafen?“, quakte ich. „Schmarrn“, blubberte Franz-Josef. Er verriet mir, dass er endlich mit eigenen Fischaugen einen Wolf sehen wolle, der den Vollmond anheule. Da musste ich den Karpfen gleich doppelt enttäuschen: Zum einen hat sich bislang zum Glück kein Wolf zu uns an den See gewagt. „Außerdem heulen Wölfe gar nicht den Mond an“, schnatterte ich. „G’scheidhaferl“, blubberte Franz-Josef. „Stimmt aber!“, quakte ich. Wölfe interessieren sich nämlich tatsächlich nicht für den Mond – sondern für ihre Artgenossen. Wenn sie heulen, hören andere Wölfe sie, selbst wenn diese weit weg sind. Ob dabei gerade Vollmond ist, ist den Wölfen egal. Allerdings ist das helle Mondlicht für eine nächtliche Jagd natürlich praktisch. Vielleicht rufen sie ihr Rudel in solchen Nächten häufiger zusammen, um das Signal zur Jagd zu geben. Das haben auch die Zweibeiner beobachtet. Ebenso, dass Wölfe beim Heulen den Kopf heben. Das sieht dann wirklich ein wenig so aus, als würden sie den Mond anheulen. Eure Paula

Artikel 10 von 11