München – Licht und Schatten bei der Halbjahresbilanz des Flughafens München: Die Zahl der Passagiere ist um 2,7 Prozent auf nunmehr 21,7 Millionen gestiegen. Die Zahl der Flugbewegungen hingegen stagniert nahezu, wie Flughafen-Chef Michael Kerkloh im Münchner Presseclub sagte: Mit 199 330 Starts und Landungen gab es bis Ende Juni nur ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Nach den Zahlen der Deutschen Flugsicherung, die Kleinflugzeuge und Hubschrauber nicht berücksichtigt, ist die Zahl der Flugbewegungen sogar minimal rückläufig – um minus 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Kerkloh führte die Entwicklung bei den Flugzahlen auf ungewöhnlich viele Gewitter zurück: Es gab 4960 Annullierungen, 2600 mehr als sonst üblich. Auch die Airberlin-Pleite habe noch Nachwirkungen, wenngleich Easyjet in die Lücke gesprungen sei: „Bei den Verbindungen nach Düsseldorf und Hamburg haben wir das Niveau noch nicht wieder erreicht.“ Wachstumstreiber sei der Langstreckenverkehr, der im ersten Halbjahr um fünf Prozent, speziell im Juni sogar um zehn Prozent zugenommen habe. Das Plus sei unter anderem der Lufthansa zu verdanken, die fünf Airbus A 380 und elf A 350 stationiert hat. Das habe Auswirkungen auf die Bilanz: Weniger Flieger können mehr Passagiere transportieren, sie haben aber weniger Platz für Fracht. Daher ist das Frachtaufkommen auch eingebrochen (172 630 Tonnen, ein Minus von 2,8 Prozent).
Nach wie vor ist Kerkloh von der Notwendigkeit einer 3. Startbahn überzeugt. Derzeit herrsche aber „Funkstille“ bei diesem Thema. Startbahn-Gegner lasen gestern die Bilanz kritisch. „Von Aufwind kann absolut keine Rede sein“, sagte der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, Benno Zierer. ham