München – Vor Beginn der Sommerferien hält die Polizei an den Flughäfen in Bayern auch nach Schulschwänzern Ausschau. Gezielte Kontrollen gibt es an den Airports in München, Nürnberg und Memmingen zwar nicht. Aber die Kollegen achteten immer auch auf Kinder und Jugendliche, die noch bis zum letzten Schultag am Freitag im Klassenzimmer sitzen müssten, sagte ein Polizeisprecher in Nürnberg.
Gerade kurz vor Ferienbeginn lassen immer wieder Eltern ihre Kinder die Schule schwänzen, weil die Flüge dann günstiger und die Straßen noch nicht so voll sind. Vor den Pfingstferien hatte die Polizei an bayerischen Flughäfen rund 20 Familien mit Schulschwänzern erwischt und Anzeige bei den zuständigen Landratsämtern erstattet.
Wenn den Beamten außerhalb der Ferienzeit ein schulpflichtiges Kind auffällt, das keine Ausnahmegenehmigung hat, informieren sie die Schule oder die zuständige Behörde. Diese entscheidet dann, ob beispielsweise ein Bußgeld gegen die Eltern verhängt wird. Vor allem wenn ein Kind immer wieder wegen Urlaubs nicht in der Schule erscheint, sei dies möglich, berichtete der Polizeisprecher.
Das unerlaubte Fernbleiben vom Unterricht ist in Bayern keine Straftat, aber eine Ordnungswidrigkeit. Die Familien werden nicht am Flughafen festgehalten, sondern können ihre Reise trotzdem antreten.
Das Einschreiten der Polizei vor den Pfingstferien hatte eine kontroverse Debatte ausgelöst. Der Landesschülerrat in Bayern hatte zuletzt angeregt, jedem Schüler zwei sogenannte Jokertage zur Verfügung zu stellen. Also zwei Tage, an denen die Erziehungsberechtigten ihre Kinder mit entsprechender Vorlaufzeit ohne Angabe von Gründen aus der Schule befreien können. Der Vorschlag findet bei der Kultusministerkonferenz bislang jedoch kein Gehör. mm/lby