Zirndorf – Der bayerische Taucher, der bei dem Höhlendrama um zwölf junge Fußballspieler in Thailand als Helfer vor Ort war, sieht Nachholbedarf beim deutschen Katastrophenschutz. Nötig seien speziell ausgebildete Höhlentaucher, sagte Nick Vollmar in seiner Heimatort Zirndorf (Kreis Fürth). Bei gefluteten Bunkeranlagen, Tiefgaragen oder Kellergängen stießen die Hilfsorganisationen an ihre Grenzen. „Da kann ich einen normalen Feuerwehrtaucher nicht reinschicken. Der hat dann das gleiche Problem wie in einer Höhle“, sagte der 41-jährige Tauchlehrer und IT-Spezialist bei einem für ihn organisierten Empfang.
Die jungen Fußballer und ihr Trainer waren in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non rund 1000 Kilometer nördlich von Bangkok unterwegs, als ihnen Wassermassen den Rückweg abschnitten. Sie konnten erst nach 17 Tagen ans Tageslicht gebracht werden. Vollmar ist von den Erlebnissen in Thailand immer noch tief bewegt: „Ich habe selbst zwei Kinder in dem Alter und kann mir vorstellen, was die Eltern durchgemacht haben.“ Er habe keine Sekunde gezögert, spezielle Ausrüstung in die Höhle zu bringen. Vor Ort habe er einen Kommandanten der US-Navy-Seals davon überzeugen können, dass er und andere speziell ausgebildete Höhlentaucher die Militäroperation unterstützen durften. „Auch bei meiner Familie war die Nervosität groß. Ich habe mit ihnen täglich über WhatsApp Kontakt gehalten, damit sie wissen, es geht mir gut.“ lby