Nein, ein einfaches Kalendarium ist der Wendelsteinkalender sicher nicht, auch wenn er so heißt. Eher schon das, was er seit Jahrzehnten im Beinamen trägt: ein bayerisches Heimatbuch. Ein Jahrbuch. Ein Lesebuch. Ein Sammelsurium an Geschichten und Reportagen aus und über Oberbayern und seine Bewohner. Und natürlich ein Stück Chiemgau, das den Leser Monat für Monat durch das Jahr begleitet.
Seit 60 Jahren erscheint der Wendelsteinkalender einmal im Jahr, und seit fünf Jahren ist er komplett in Frauenhand. Für die aktuelle Ausgabe war ein reizendes Damenquartett verantwortlich, es ist die dritte Redaktionsgeneration nach Mitgründer Helmut Braun und dessen Nachfolger Werner Krämer. Die Redakteurinnen Michaela Döser, Tina Aschl, Sabrina Gerstl und Sophia Danner trafen Schauspieler Alexander Duda, den Polizeichef der „Rosenheim Cops“ und blickten hinter die Kulissen der Erfolgsserie. Lernten viel über die alte Handwerkskunst des Instrumentenbaus. Und ließen sich erzählen, wie ein Lehrer mit einer Projektgruppe die bairische Sprache erhalten will. Für die Jubiläumsausgabe erinnern sich außerdem Wegbegleiter an die Anfänge.
Die Mischung macht’s: Der Wendelsteinkalender, der nicht nur im Raum Rosenheim eine Institution ist, setzt sich aus großen Berichten, kurzen Denkanstößen, Geschichten zum Schmunzeln und einigen Lesergeschichten zusammen. Denn die Leser und ihre Zuschriften machen einen nicht unerheblichen Teil des Kalenders aus.
Freilich enthält das 160 Seiten starke Bücherl auch alles, was ein anständiger Kalender haben muss: den Hundertjährigen Kalender, Namenstage, Mondlauf, Sonnenauf- und -untergang und die Pollen-Tabelle. Außerdem natürlich Ausflugstipps fürs ganze Jahr. kb