Erhebliche Schäden

Sturm Fabienne köpft Kirchturm

von Redaktion

von Dominik Göttler und Manuel Eser

München – Für 125 Fahrgäste der S1 in Richtung Freising wurde die Fahrt am Sonntagabend zum Geduldsspiel. Denn der erste große Herbststurm Fabienne hat auch vor der Oberleitung in der Nähe des Bahnhofs Feldmoching keinen Halt gemacht. Der Blitz hatte eingeschlagen – danach ging erstmal gar nichts mehr. Als die Feuerwehr schließlich den Strom abgeschaltet und den Bereich geerdet hatte, konnten die Fahrgäste evakuiert und im Gänsemarsch zum Feldmochinger Bahnhof eskortiert werden. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Doch die Strecke blieb bis Montagnachmittag gesperrt.

Während Oberbayern mit einigen Stromausfällen und umgestürzten Bäumen vergleichsweise glimpflich davonkam, hat Sturmtief Fabienne vor allem in Nordbayern eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

In Unterfranken wurden Windgeschwindigkeiten von mehr als 135 Kilometern pro Stunde gemessen. In Großostheim bei Aschaffenburg warf der Sturm sogar einen 320 Tonnen schweren und 25 Meter hohen Schwimmgreifer eines Kieswerks um. Auf dem örtlichen Flugplatz wurde ein Sportflugzeug umgeweht. In dem kleinen Dorf Stadelschwarzach im Kreis Kitzingen riss der Sturm das 15 Meter hohe Dach des Kirchturms herunter. Durch die Wucht des Aufpralls am Boden sei eine benachbarte Scheune in sich zusammengefallen, berichtet der örtliche Bürgermeister.

Auch in Mittelfranken zählte die Feuerwehr bis zum Montagmorgen rund 1100 Einsätze, umgestürzte Bäume hatten zu zahlreichen Unfällen geführt. Am Nürnberger Hauptbahnhof saßen wegen diverser Streckensperrungen zeitweise bis zu 700 Passagiere fest. In der Oberpfalz musste der Zugverkehr zwischenzeitlich komplett eingestellt werden.

Der Sturm forderte sogar ein Todesopfer: Auf einem Campingplatz im Landkreis Bamberg wurde eine 78-Jährige am Sonntag von einem Baum erschlagen, wie die Polizei mitteilte. Sie erlitt schwerste Verletzungen und starb noch an der Unfallstelle.

Die Folgen des Sturms waren in ganz Deutschland zu spüren. Am Frankfurter Flughafen mussten etwa 130 Flüge abgesagt werden. In einigen Regionen kam es zu Unfällen im Bahnverkehr, die jedoch glimpflich verliefen.

Die gute Nachricht: In den kommenden Tagen soll es laut dem Deutschen Wetterdienst wieder deutlich freundlicher werden, mit viel Sonne und wenig Regen.

(mit Material von lby/epd)

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