Achtjährige von Feuerwehrauto überfahren

von Redaktion

Ein Feuerwehrfest in Trostberg endete am Samstag in einer Tragödie. Ein achtjähriges Mädchen wurde von einem historischen Fahrzeug erfasst, mit dem die Einsatzkräfte Rundfahrten angeboten hatten. Das Kind kam ums Leben. Viele Familien mussten den Unfall mitansehen.

Trostberg – Das Fest hatte gerade begonnen. Kinder tobten auf der Hüpfburg, ihre Eltern saßen auf dem Platz vor dem Gerätehaus zusammen, die Feuerwehrkräfte beantworteten Fragen – und in einem alten Tanklöschzug drehten die Einsatzkräfte mit einigen Familien Rundfahrten durch Trostberg (Kreis Traunstein). Auf den letzten Metern einer dieser Oldtimer-Fahrten kam es dann zu dem tragischen Unfall. „Eine Gruppe Kinder war in einer Seitenstraße auf dem Gehweg unterwegs“, berichtet Peter Volk von der Trostberger Feuerwehr. „Gerade, als das Oldtimerfahrzeug um die Ecke bog, trat ein achtjähriges Mädchen auf die Straße. Der Fahrer hatte keine Chance mehr, rechtzeitig zu bremsen.“ Das Fahrzeug erfasste das Mädchen. Ihre ältere Schwester, die neben ihr gelaufen war, und die anderen Kinder mussten alles mitansehen – genau wie die Familien, die im Fahrzeug gesessen hatten.

Sofort eilten Rettungskräfte von dem Feuerwehrfest zur Unglücksstelle. Sie versuchten, das schwer verletzte Kind wiederzubeleben, bis der Notarzt eintraf. Die Achtjährige wurde in die Kreisklinik gebracht, dort starb sie kurz darauf. Als die traurige Nachricht die Feuerwehr erreichte, war das Fest bereits abgebrochen, die Hüpfburg abgebaut. „In einer Kleinstadt wie Trostberg spricht sie so etwas schnell herum“, sagt Volk. Niemandem war mehr nach feiern zumute. Der Fahrer des Oldtimer-Fahrzeugs hatte einen schweren Schock und wurde von einem Kriseninterventionsteam betreut – genauso wie die Kinder und Eltern, die den Unfall direkt mitbekommen hatten.

Die Eltern des Mädchens waren nicht weit entfernt bei einer privaten Familienfeier. Die Kinder waren wohl wegen der Hüpfburg neugierig geworden und hatten beschlossen, gemeinsam zum Feuerwehrhaus zu gehen, vermutet Peter Volk. Auf dem Weg dorthin passierte das Unglück.

Die Feuerwehrkräfte saßen am Samstagabend noch lange zusammen. „Auch die Helfer aus unserem eigenen Interventionsteam, das nach besonders belastenden Einsätzen angefordert wird, sind gekommen“, sagt Volk. Tragische Unfälle wie dieser sind selbst für erfahrene Einsatzkräfte nicht alltäglich.

Das Mädchen besuchte in Trostberg eine dritte Klasse. Psychologen werden sich in den nächsten Tagen um die Mitschüler kümmern und Gespräche führen. In Trostberg gab es am Wochenende kaum ein anderes Thema. Schon Samstagabend, wenige Stunden nach dem schlimmen Unfall, hatten Bürger Kerzen am Unglücksort aufgestellt. Die Feuerwehr hat auf ihrer Internetseite die Ankündigung des großen Hallenfestes durch das Foto einer Grabkerze ersetzt. „In stillem Gedenken“ steht darunter. Nur diese drei Worte. Niemand in Trostberg findet gerade Worte.  kwo

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