Ehepaar zu Hause überfallen

von Redaktion

Ein Ehepaar in Rottach-Egern ist in der Nacht zu Samstag zu Hause überfallen worden. Unbekannte vermummte Männer drangen ins Haus ein, schlugen den Mann und gaben einen Schuss ab. Die Beute war gering. Es ist nicht der erste brutale Raub in der Gemeinde.

VON DANIEL KREHL

Rottach-Egern – Das Tegernseer Tal ist für seine reichen Bewohner bekannt. Womöglich hat dies auch die drei Unbekannten angelockt, die am Samstag in Rottach-Egern Beute machen wollten. Im Ortsteil Oberach, der etwas weiter weg vom Tegernsee im Süden der Gemeinde liegt, schlugen sie zu.

Um 1 Uhr nachts klingelte das Trio an der Tür des 46-Jährigen. Als er die Tür öffnete, stand er drei maskierten Unbekannten gegenüber. Sie drangen in sein Haus ein. Laut Polizei hatten die Einbrecher mindestens eine Schusswaffe dabei. Sie durchsuchten das Gebäude, wurden offenbar aber nicht fündig. Deshalb wandten sie sich direkt an ihr Opfer und forderten Bargeld. Sie verpassten dem Mann sogar einen Schlag, er wurde leicht verletzt. Letztlich ließen sie aber doch von ihm ab und flüchteten. Vor dem Haus gaben sie noch einen Schuss ab. Wohin sie zielten, konnte die Polizei gestern nicht sagen. Die Beute war nicht groß, die Polizei spricht von einem „geringen Betrag“.

Während die Unbekannten in dem Haus zugange waren, gelang es der Ehefrau des Rottachers, das Gebäude zu verlassen. Sie flüchtete zu den Nachbarn und alarmierte von dort aus die Polizei. Doch als die Beamten eintrafen, waren die Täter bereits verschwunden. Auch die Großfahndung verlief ergebnislos. Mehrere Streifen – uniformiert und in zivil – durchstreiften den Ort. Sogar ein Hubschrauber wurde angefordert. Weitere Details zum Tathergang will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Sie hofft nun auf Zeugen, die etwas beobachtet haben und hat eine Täterbeschreibung veröffentlicht: Die Unbekannten waren 1,70 bis 1,80 Meter groß und sprachen Deutsch mit Akzent. Sie trugen dunkle Trainingsanzüge mit Kapuze.

Es ist nicht das erste Mal, dass es in Rottach-Egern zu einem schweren Raubüberfall kam. 2014 wurde ein Rentner-Ehepaar brutal überfallen. 2008 kam bei dem sogenannten Badewannen-Mord eine 87-jährige Rentnerin ums Leben.

Leidet angesichts dieser Fälle das Sicherheitsgefühl der Menschen am Tegernsee? Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck sagt ganz klar Nein. „Ich habe keinerlei Rückmeldungen dieser Art.“ Die Nachricht von dem neuerlichen Raub in seiner Gemeinde hat ihn am Sonntag zwischen der Rückkehr von einem Ausflug nach Südtirol und dem Gang ins Rathaus als Wahlhelfer erreicht. Auch wenn er den Überfall hinsichtlich der allgemeinen Sicherheitslage am Tegernsee „nicht dramatisieren“ möchte, stütze er doch eine Forderung der Bürgermeister im Tal. Sie fordern, die Polizeikräfte aufzustocken. Die Inspektion Wiessee ist unterbesetzt, darauf haben Köck und die anderen Bürgermeister rund um den See das Innenministerium bereits schriftlich hingewiesen. Der jüngste Sicherheitsbericht der Polizei weist eine konstante Zahl von Wohnungseinbrüchen auf. 2016 und 2017 waren es je 14. Anders als bei dem Fall am Samstag befanden sich die Bewohner aber meistens nicht im Haus.

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