Die Briten haben ein Problem: Etwa 700 000 Menschen demonstrierten vor zwei Wochen gegen den Brexit und fordern ein zweites Referendum. Ein historischer Moment der Demokratie laut Londons Bürgermeister. Unruhige Zeiten. Und was könnte wieder ein Lächeln in die Gesichter zaubern? Natürlich ein royales Baby! Das ganze Königreich ist im Freudentaumel.
Wer die englischen Zeitungen liest, könnte glauben, dass Herzogin Meghans Schwangerschaft ein Ereignis ist, das die Welt bewegt. In Wettbüros wird auf den Tag der Geburt gesetzt, auf das Geschlecht, auf rote Haare oder schwarze – und auf den Vornamen. Sogar die Namen der Eltern des hochbetagten Prinz Philips werden wieder aus den Archiven gekramt: Alice von Battenberg und Andreas von Griechenland. Am liebsten wäre royalen Fans natürlich eine kleine Diana.
Die Anregung, den neuen Erdenbürger nach Meghans Mutter zu nennen, stieß hingegen auf Empörung – eine Doria gab es in Englands Monarchie noch nie. Auch im deutschen bunten Blätterwald hat sich die Herzogin von Sussex einen festen Platz erobert. In Friseurläden verlangen junge Damen nach ihrem „messy bun“, dem wilden Dutt. Und auch der Bedarf an Yogamatten ist gestiegen. Schließlich hat Harrys amerikanische Traumfrau auch eine Traumfigur. Die Liste ließe sich endlos weiterführen.
Als ich die neueste Story über die werdenden Eltern las, dachte ich: Eigentlich schade, dass Bayern kein Königreich mehr ist. Mit der Absetzung Ludwigs III. am 7. November 1918 endete die 738 Jahre währende Herrschaft der Wittelsbacher Dynastie. Welch ein Glück, dass uns in Bayern dennoch etwas vom Glanz der Vergangenheit geblieben ist. Sophie Herzogin von Württemberg, Nachfahrin von Kaiserin Sisi, feierte gerade am Tegernsee eine Märchenhochzeit. Ihre Großeltern sind Max Herzog in Bayern und Elizabeth Herzogin in Bayern. Sophies Großonkel ist Franz Herzog von Bayern, amtierender Chef des Hauses Wittelsbach.
Während sich die englischen Royals fast nur ihren repräsentativen Pflichten im Namen der Krone widmen, haben unsere Prinzessinnen und Prinzen bürgerliche Berufe. Ludwig von Bayern, ein Urenkel von König Ludwig II., dem er, wie ich finde, auch noch sehr ähnlich sieht, ist IT- Unternehmer und arbeitet als Entwicklungshelfer in Afrika. Die Zeiten ändern sich – im wahrsten Sinne des Wortes.
Morgen wird wieder an der Uhr gedreht. Viele hatten bereits gejubelt, dass die EU 2019 die Sommerzeit endgültig abschaffen wird. Laut einer neuen Umfrage sind 80 Prozent aller Deutschen gegen den Wechsel von Sommer- und Winterzeit. Alles andere als einheitlich sieht es in den EU-Ländern aus: Portugal, Zypern und Polen wollen die Sommerzeit. Finnland, Dänemark und die Niederlande die Winterzeit. Es bleibt also spannend.
In jedem Fall sind wir nun mittendrin im Herbst. Die Herbstferien haben begonnen, den Herbstblues vertreiben wir mit fröhlichen Gedanken und freuen uns, wie gemütlich es in unseren eigenen vier Wänden ist.
Erinnern Sie sich übrigens an den Seelenwecken? Vielleicht gibt es bei Ihnen an Allerseelen auch so einen Spitz aus Hefeteig oder als Buttercremetorte – gebacken in Form einer Ellipse, wie man sich die Seele früher einmal vorgestellt hatte. Mit kandierten Rosen verziert und mit Goldornamenten – so mancher bayerische Bäcker stellt sie noch her…
In diesem Sinn –
herzlich
Ihre Carolin