„Ich mag gerne die Pestsäule“

von Redaktion

MEIN DORF Manuel Glück lebt in Kranzberg

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Manuel Glück, 32 Jahre, liiert, Industriemechaniker und nebenberuflich Fotograf, lebt in Kranzberg im Kreis Freising.

Kranzberg – hat das Dorf einen Berg vorzuweisen?

Kranzberg mit seinem alten Dorfkern und der Kirche liegt in Hanglage. Und wir haben am Ortsrand einen runden Hügel, den Pantaleonsberg. Dort wurde das Bronzezeit Bayern Museum eröffnet.

Ein Dorf mit Geschichte?

Auf jeden Fall. Es gab mal eine Burg, die wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Kranzberg ist landwirtschaftlich geprägt, aber das geht zurück. Heute ist Kranzberg eine moderne Gemeinde, vor 15 Jahren hat ein Gewerbepark eröffnet, der floriert und Arbeitsplätze bringt.

Arbeiten Sie auch am Ort?

Ja, und das genieße ich. Ich kann in die Arbeit laufen.

Man kann aber auch gut pendeln, oder?

Ja, wir liegen an der Autobahn A 9, nahe der Ausfahrt Allershausen. Viele pendeln nach Freising, München oder Ingolstadt. Leider hört man den Verkehr auch.

Gibt es in Kranzberg alles, was man braucht?

Wenn man Kranzberg und Allershausen zusammennimmt, fehlt es einem an nichts. In Allershausen gibt es zwei Einkaufszentren mit Supermärkten. Wir haben noch einen kleinen Filialbäcker, einen Dorfsupermarkt, eine Apotheke, einen Friseur und Ärzte.

Man braucht aber schon ein Auto?

Ich fahre gerne Fahrrad und erledige möglichst alles mit dem Rad. Mittags hole ich mir zum Beispiel gern eine Brotzeit beim Metzger Mundlhof in Leonhardsbuch. Es gibt einen Feldweg über die Autobahn, der direkt dorthin führt. Aber für Großeinkäufe braucht man natürlich ein Auto.

Kann man ein Feierabendbier trinken?

Klar. Es gibt den Metzgerwirt im alten Dorfkern, einen Italiener am Sportplatz und am Kranzberger See den Seewirt und daneben einen Italiener.

Einen Badesee gibt es auch?

Ja, und der ist wieder richtig schön. Eine Zeit lang war der ziemlich zugewachsen. Jetzt gibt es einen neuen Spielplatz und die Gastronomie wird auch gut angenommen.

Welche schönen Orte gibt es noch?

Ich mag gerne die Pestsäule. Dort starte ich oft in meine Fahrrad-Feierabendrunde, sie liegt am Hang und man hat einen freien Blick über das Ampertal. Und wir haben den Weltwald, mit einer Sammlung von Bäumen aus aller Welt. Im amerikanischen Teil gibt es einen Rocky Mountains Spielplatz, sicher einen Ausflug wert für Familien. Der Eisweiher ist auch da, ein historischer Ort. Früher haben die Brauereien dort Eisbrocken zum Kühlen rausgeschlagen, weil der Weiher besonders früh und besonders lange zugefroren war.

Interview: Aglaja Adam

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