Schweinekopf: Polizei prüft politisches Motiv

von Redaktion

Münchner Werbeagentur macht eine Kampagne für die Grünen und wird nun bedroht

München – Für Eike Hallitzky, den Landesvorsitzenden der Grünen, gibt es keine Zweifel: Der Schweinekopf habe mit der Partei zu tun. In der vergangenen Woche landete ein abgetrennter Schädel eines Schweins vor der Haustür eines Mehrparteienhauses in München. Die Werbeagentur „David + Martin“ hat hier ihren Sitz. Und genau diese Agentur ist für die Wahlkampagne zur Landtagswahl der Grünen verantwortlich. „Klar ist, dass wir mit der Agentur im gleichen Boot sitzen“, sagt Hallitzky.

Der Landesvorsitzende ist sicher, dass es eine politisch motivierte Tat war. Nur wenige Stunden bevor der Tierkopf auftauchte, habe die Agentur ein Paket mit Flyern und Plakaten der Partei „Die Rechte“ erhalten – ohne diese zu wollen. Die Partei ist dem rechten Spektrum zuzuordnen.

Hallitzky berichtet, die Agentur habe der Partei vermittelt, kein Werbematerial zu wollen. Nur wenige Stunden später sei der Schädel vor der Tür gelegen. Hallitzky sieht einen Zusammenhang und deutet das als „aggressives Zeichen“ gegen die Agentur und die Grünen. „Das Schweinekopfmotiv ist antisemitisch und antiislamisch. Dahinter steht der Wunsch, die bayerische Gesellschaft in ihrer Vielfalt zu spalten.“ Die Grünen stünden gemeinsam mit der Agentur für ein „friedliches Zusammenwachsen aller Menschen, die in Bayern leben“, schreibt die Partei in einer Mitteilung.

Direkt nach dem Vorfall hat die Werbefirma Anzeige bei der Polizei in München erstattet. Die prüft den Fall. Eine Sprecherin erklärt, dass es schwierig ist, einen direkten Adressaten der Schweinekopfaktion zu finden, weil der Schädel vor einem Haus lag, in dem mehrere Firmen ansässig sind. Ein Schweinekopf alleine sei noch keine Straftat. Dennoch: „Das Kommissariat für Staatsschutzdelikte befasst sich damit“, sagt die Sprecherin.

Dass die Grünen wegen ihrer liberalen Politik bedroht werden, ist nicht unbekannt. Mitte Oktober attakierte ein Unbekannter das Stimmkreisbüro der Landtagsabgeordneten Katharina Schulze und des Bundestagsabgeordneten Dieter Janecek in München. Eine Scheibe wurde beschädigt. Schulze vermutet einen Steinwurf oder ein Schuss aus einem Luftgewehr. C. HOLLENDER

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