Bahn will bis 2050 ohne CO2-Ausstoß fahren

von Redaktion

München – Bis zum Jahr 2050 will die Deutsche Bahn ein klimaneutraler Konzern sein. Heißt konkret: Alle Züge im Netz sollen dann ohne den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid fahren. Das machte der bayerische Bahn-Chef Klaus-Dieter Josel gestern deutlich: „Der Klima- und Umweltschutz ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit.“ Diese Aufgaben ernst zu nehmen, liege in der DNA der Bahn. Josel verwies darauf, dass der erste Linienzug Deutschlands mit Ökostrom in Bayern fuhr: Die Ammergaubahn zwischen Murnau und Oberammergau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) nahm im Jahre 1905 ihren Betrieb auf – gespeist vom Wasserkraftwerk Kammerl.

Derzeit stamme 44 Prozent des Bahnstroms aus erneuerbaren Energien. „Wir erhöhen den Anteil stetig“, sagte Josel. Im Jahr 2030 solle er schon 70 Prozent betragen, um 2050 dann ganz ohne Kohle- oder Atomenergie auszommen. Möglichst viele Menschen und Güter mit möglichst wenig Energie transportieren: Damit das gelingt, werde beim Bremsen erzeugte Energie wieder in die Oberleitung eingespeist. „Das funktioniert gerade auf den bergigen Strecken im Werdenfels gut“, sagte Bahnsprecher Michael-Ernst Schmidt. Teilweise liege die Rückspeisungsquote bei mehr als 30 Prozent. So habe man 2017 deutschlandweit den Jahresverbrauch von rund 380 000 Vier-Personen-Haushalten einsparen können.

Übrigens: Beim Erreichen des Klimaziels spielen laut Bayerns Bahn-Chef Josel auch Lokführer eine entscheidende Rolle. Ihnen wird nun bayernweit in Schulungen gezeigt, wie sie beim Fahren Energie sparen können. Eine Kernübung: den Zug einfach mal rollen lassen. Zwischen Ingolstadt und Nürnberg zum Beispiel könne ein ICE schon bei einem Prozent Gefälle kilometerlang dahingleiten – ohne jeglichen elektrischen Schub. Die Lokführer trainieren unter anderem, wann sie die Zugleistung schon vor einer Bergkuppe abschalten und trotzdem im Zeitplan bleiben können. gma

Artikel 5 von 11