Meine Entenfreundin Klara mag es gar nicht, dass es jetzt abends wieder so früh dunkel wird. Sie fürchtet sich nämlich in der Dunkelheit. „Weil ich da nicht sehe, ob mir jemand auflauert“, quakte sie mir. „Wo ist das Problem?“, miaute ein Kater, der uns Enten zugehört hatte. „Meinen Augen reicht das wenige Licht in der Nacht.“ In den Katzenaugen steckt nämlich eine Schicht, die das Licht reflektieren und damit verstärken kann. Darum leuchten Katzenaugen, wenn sie angestrahlt werden – wie die Reflektoren an deinem Fahrrad. Auch Rentiere haben so eine Schicht tief in ihren Augen. „Im Winter verändern sie die Farbe dieser lichtverstärkenden Schicht“, quakte ich. Diese ist im Sommer golden, im Winter tiefblau. Die Sommeraugen strahlen einen Großteil des Lichts, das ins Auge kommt, gleich wieder ab. Dann bleibt es im hohen Norden, wo die Rentiere leben, nämlich auch nachts wochenlang hell. Im Winter ist es dagegen lange dunkel. Die blaue Schicht tief in ihren Augen macht es möglich, dass sie das wenige Licht besonders gut ausnützen können. Ein Teil der Lichtstrahlen passiert die Sehsinneszellen sogar zwei Mal. Dieser Trick hilft den Rentieren: Bei Dunkelheit sehen sie im Winter besser als im Sommer, dafür allerdings nicht so schön scharf. Eure Paula