München – Im Raum Starnberg kracht es deutlich häufiger auf den Straßen als in den Nachbarlandkreisen Weilheim-Schongau und Landsberg am Lech. Im Kreis Unterallgäu wird bayernweit das wenigste Blech demoliert. Und in München sind sowohl die Menschen im einwohnerstärksten Bezirk Ramersdorf-Perlach als auch die im kleinsten Bezirk Altstadt von besonders vielen Schadenfällen betroffen. Solche Details lassen sich aus dem „Karambolage-Atlas 2018“ zutage fördern, für den die Generali-Versicherung über 700 000 Fälle aus den Jahren 2017 und 2015 ausgewertet hat.
Jeder neunte Fahrzeughalter in Bayern hat im Jahr einen Schaden zu beklagen. Damit liegen die Verkehrsteilnehmer im Freistaat unter der bundesweiten Schadenhäufigkeit (11,7 Prozent pro 100 Fahrzeuge). Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg rumpelt es seltener auf den Straßen.
Ein deutlicher Ausreißer ist die Landeshauptstadt: Mit 14,7 Prozent hat in München durchschnittlich fast jeder siebte Fahrzeughalter einen Kfz-Schaden pro Jahr. Einer der Gründe dafür sind schlicht die vielen Autos. Anfang 2017 hat die Generali über 700 000 angemeldete Pkw gezählt – bei einer Einwohnerzahl von 1,4 Millionen. München belegt bundesweit auch bei der Schadenhöhe mit durchschnittlich 2540 Euro unter den Städten den dritten Platz nach Berlin und Hamburg. Für Roland Stoffels, Vorsitzender im Generali-Schadenmanagement, ist das Ergebnis der Untersuchung logisch: „Viele Menschen leben in München auf engem Raum, das Verkehrsaufkommen ist hoch, und die Stadt ist ein Knotenpunkt für die Metropolregion.“
Ähnlich hoch ist die Schadensbilanz in anderen bayerischen Ballungszentren wie Regensburg oder Landshut – in Nürnberg ist sie vergleichsweise gering. Im Gegensatz zur Stadt Kempten, dem bayerischen Spitzenreiter. Aber man beachte: Über 35 Prozent der Schäden haben Sturm und Hagel angerichtet.
Im Kreis Freising dominiert dagegen der Anteil an Glasschäden (41 Prozent), während in Garmisch-Partenkirchen die Kategorie „Sonstige“ bemerkenswert viel Raum einnimmt: Darunter fallen zum Beispiel Vandalismus- und Brandschäden. Am teuersten wird es in Oberbayern für die Autofahrer im Kreis Fürstenfeldbruck: Der durchschnittliche Schaden beträgt satte 2661 Euro. gma