Wir Enten spielen gern das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – neulich mit den Raben Hugin und Munin. Die beiden leben in den Bergen, wo Klara, Agnes und ich sie ab und zu besuchen. Sie sind ziemlich schlau. Umso mehr wunderten wir uns, dass wir bei unserem Spiel ungewöhnlich oft gewannen.
Das passierte zum Beispiel, als wir sie nach etwas besonders Schönem fragten, etwa nach dem leuchtenden Ultraviolett auf den Flügeln der Blaumeise. Oder danach, wo genau sich die Sonne hinter den Wolken versteckt oder wo ein Hund hin gepinkelt hat. Hugin und Munin zuckten jedes Mal nur ratlos mit den Flügeln. „Habt ihr Tomaten auf den Augen?“, schnatterte Klara. „Wir Raben sehen zwar viel, aber leider kein ultraviolettes Licht“, krächzte Hugin. „Da geht es uns wie den Zweibeinern, die können das auch nicht.“ Und wie den Mauerseglern und Rotmilanen. Sonst können nämlich die meisten Vögel so wie wir Enten ultraviolettes Licht sehen. Den Raben entgeht übrigens eine Menge: So sehen wir auf manchen Blütenblättern Muster, von denen sie nur träumen können. Auch der Urin von Mäusen leuchtet ultraviolett. Wir sehen zudem, wo sich die Sonne hinter Wolken versteckt, durch die dringt ultraviolettes Licht nämlich einfach durch. Eure Paula