Freising – Vier Menschen brachen eines Nachts im Jahre 1942 auf. Zu ihrem Glück ließen sie die SS-Leute, denen sie begegneten, in Ruhe. Stundenlang waren sie zu Fuß von München zum Freisinger Dom unterwegs. In jener Nacht legten sie den Grundstein für den Jugendkorbinian, der heute eine der größten Jugendwallfahrten Süddeutschlands ist.
Den Patron „Korbinian“ des Erzbistums München und Freising feiern junge Katholiken nun wieder am kommenden Samstag. Mittlerweile ist daraus eine Großveranstaltung mit mehreren tausenden Menschen und einem bundesweit bekannten Live-Act geworden.
Heuer wird die achtköpfige Hip-Hop-Gruppe „Mundwerk-Crew“ aus dem Chiemgau in der „Event Area“ ordentlich einheizen (19.30 Uhr). Im vergangenen Jahr war die Münchner Folk-Band „Impala Ray“ zu Gast gewesen.
Für Martina Weber, die das Organisations-Team leitet, ist der Festivalcharakter des Jugendkorbinian der Reiz: „An dem Tag schaffen wir einen Ort, an dem Jugendliche Gemeinschaft erleben können sollen.“ Sie dürfen zum Beispiel auf eine Graffiti-Wand schreiben, was sie bewegt. Dazu passt auch das diesjährige Motto „Wofür es sich lohnt“ – es ist auch als Frage gemeint, die die Teilnehmer vor Ort für sich beantworten sollen. „Die Jugendlichen sollen etwas für ihr Leben mitnehmen.“
Neben Live-Musik und Mitmach-Aktionen gehört zum klassischen Programm der Gottesdienst um 16 Uhr mit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx im Freisinger Dom. Und gepilgert wird übrigens auch heute noch: Neben der Wallfahrt der Diözese ab dem Freisinger Ortsteil Pulling bieten auch regionale Kirchenverbände gemeinsame Wanderungen zum Jugendkorbinian an.
Jugendkorbinian bildet den Auftakt einer Korbiniansfestwoche. Montag kommen Seelsorger nach Freising, Dienstag die Mitarbeiter des Ordinariats, Mittwoch und Donnerstag Lehrer und Ordensleute. Höhepunkt der Festwoche ist am Freitag, 23. November, um 18.30 Uhr die Lichterprozession mit dem Korbiniansschrein im Dom, am Samstag um 10 Uhr der Festgottesdienst mit Kardinal Reinhard Marx und um 15 Uhr die Vesper mit Reliquienprozession und der Kindersegnung.
Der Heilige Korbinian ist der Patron des Erzbistums München und Freising. Seine Reliquien ruhen seit über 1000 Jahren in Freising. gma