Als die SPD 30% holte

von Redaktion

Ex-Spitzenkandidatin Renate Schmidt 75

Nürnberg – Nach Politikerinnen ihres Schlages sehnt sich die Partei wahrscheinlich zurück – und mancher Genosse wird insgeheim seufzen: wäre die Renate doch nur 20 Jahre jünger. Aber es hilft nichts: Gestern ist Renate Schmidt, ehemalige Bundesfamilienministerin und stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SPD, 75 Jahre alt geworden.

Unter der Nürnbergerin Schmidt hat die Bayern-SPD vergleichsweise glorreiche Zeiten erlebt. Als sie 1994 bei der Landtagswahl als Spitzenkandidatin antrat, erzielte die Partei mit 30 Prozent (plus vier Prozent) einen Achtungserfolg. Freilich: Der CSU die absolute Mehrheit abzujagen, gelang auch Renate Schmidt nicht. Vier Jahre später schrammte auch sie schon an der 30-Prozent-Marke vorbei. Unvergessen aus jener Zeit ist, dass sie der damalige Ministerpräsident Max Streibl (CSU) als „Krampfhenne“ und „Mäuschen“ schmähte. Da wurde es selbst der Frauen-Union zu bunt – „Krampfhennen von morgen können die Böcke von gestern ablösen“, lautete die Warnung. Längst vorbei, diese Geschichten. Renate Schmidt genießt heute ihren Ruhestand. Von der Politik hat sie sich zurückgezogen, geblieben sind Ämter etwa als Schirmherrin einer Kampagne gegen ADHS.  mm

Artikel 6 von 11