Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Marlene Gast, 70, lebt mit ihrem Mann Wendelin seit 47 Jahren in Bernbeuren im Landkreis Weilheim-Schongau. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder und bewirtschaften einen Bio-Bauernhof mit Ferienwohnungen eineinhalb Kilometer außerhalb von Bernbeuren.
Wie lebt es sich in Bernbeuren?
Es ist schon gut bei uns. Bernbeuren liegt einzigartig: Die Berge sind nah, man kann schöne Ausflüge machen. Vor der Haustür liegt der Auerberg. Wir haben zwei Ärzte, einen Zahnarzt, eine Postagentur, eine Metzgereifiliale und eine Apotheke. Nur an der Versorgung hapert es: Es gibt leider bis auf das „Lädele“, wo man Milch und Haushaltswaren kriegt, keine Einkaufsmöglichkeiten. Wäre mit 2500 Einwohnern schon angebracht. Dafür haben wir drei Wirtschaften: den „Doldewirt“ im Ort, im Ortsteil Echerschwang den „Lindauer“ und den Wirt in der Auerberghalle. Der kocht sehr gut – ich hoffe, er macht das noch lange.
Was macht Bernbeuren und seine Bewohner aus?
Der Zusammenhalt. Wir haben viele Vereine: den TSV, den Fischerverein, den Trachtenverein oder die Schützen. Außerdem finde ich, dass die Bernbeurer sehr offen gegenüber Zugezogenen sind. Und wir haben viel Zuwachs: viele Familien. Die sind in Ordnung – wir haben bislang keine Klagen wegen Kirchenglocken.
Was ist Ihr Lieblingsort?
Bei uns am Hof. Nicht nur, weil wir da zu Hause sind: Wir haben eine tolle Lage. Das Navi sagt: 880 Meter Höhe. Alle, die hierherkommen, sagen: „Mei, hier möchte man Urlaub machen.“
Was ist das wichtigste Fest?
Vielleicht der Georgiritt. Den gibt es seit fast 100 Jahren. Man zieht gemeinsam mit den Pferden auf den Auerberg. Wir sind immer dabei – wenn auch nicht mit Pferden: Wir haben nur zwei Ponys. Oben gibt es eine Feldmesse mit Blasmusik, es folgt ein gemeinsamer Umritt. Hinterher kehrt man zum Mittagessen ein. Interview: Klaus Mergel