Aschaffenburg – Bei dem in einem Wald bei Aschaffenburg gefundenen menschlichen Skelett handelt es sich um die sterblichen Überreste eines seit 2017 vermissten syrischen Mädchens. Das hat die rechtsmedizinische Untersuchung der Knochen laut Polizei und Staatsanwaltschaft zweifelsfrei ergeben. Die 16-Jährige war Anfang Mai 2017 als vermisst gemeldet worden. Die Polizei verdächtigt den 44-jährigen Vater, das Mädchen umgebracht zu haben.
Nach dem Mann wird bereits seit Anfang Juni 2017 in anderer Sache gefahndet – mit einem internationalen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Der Grund dafür: Wenige Wochen nach dem Verschwinden seiner Tochter soll er sich mit deren 23-jährigen Freund am Aschaffenburger Floßhafen getroffen, ihn mit einer Stichwaffe angegriffen und am Hals schwer verletzt haben. Er ist seitdem auf der Flucht.
Spaziergänger hatten das Skelett vor eineinhalb Wochen in einem Wald abseits des Weges in der Nähe des Findberges bei Haibach entdeckt. Am vergangenen Montag hatten mehr als 100 Bundespolizisten das Gelände abgesucht.
Nach dem Mädchen hatte die Kripo mit Flugblättern an der Berufsschule vergeblich gefahndet. Mehrere große Suchaktionen auch mit einem Polizeihubschrauber blieben ohne Ergebnis. Inwiefern das Treffen des Vaters mit dem Freund der Tochter etwas mit deren Verschwinden zu tun hat, ist noch unklar. lby