Bayernoil-Explosion trifft viele Anwohner

von Redaktion

Eine riesige Explosion erschüttert Anfang September den Raum Vohburg. Das Unglück in einer Raffinerie verursacht einen Millionenschaden. Vier Monate später sind noch etliche Fragen offen. Klar ist nur, dass auch viele Anwohner mit Schäden kämpfen.

Vohburg an der Donau – Die verheerende Explosion in der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) vor vier Monaten hat in der Umgebung rund 1000 Gebäude beschädigt. „Es gibt knapp über 1000 Meldungen, jedoch zum Großteil kleine Schäden“, sagte Bayernoil-Geschäftsführer Karl Strummer der Deutschen Presse-Agentur. In der Summe ergäben diese dennoch einen einstelligen Millionenbetrag.

Anfang September war auf dem Gelände der Raffinerie eine Produktionsanlage detoniert, 16 Menschen wurden verletzt. Der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm rief damals wegen des Großbrandes den Katastrophenfall aus, Ortsteile in mehreren Gemeinden wurden evakuiert.

Der eigentliche Schaden in der Raffinerie ist nach Angaben von Bayernoil nach wie vor nicht konkret bezifferbar. Strummer spricht von einem dreistelligen Millionenbetrag. Das Vohburger Werk steht seit dem Unglück am 1. September still. Bayernoil kann derzeit nur am zweiten Standort im niederbayerischen Neustadt an der Donau produzieren. Die Menge des bei dem Unternehmen verarbeiteten Rohöls ist deswegen im Jahr 2018 von zehn auf acht Millionen Tonnen zurückgegangen. Bayernoil will trotzdem auf Kündigungen oder Kurzarbeit verzichten. Das Unternehmen hat knapp 800 Mitarbeiter.

Die bayerische Bauindustrie hatte nach dem Unglück zunächst einen Versorgungsengpass beim Straßenbau beklagt. Grund dafür war, dass Bayernoil ein wichtiger Lieferant von Bitumen im süddeutschen Raum sei. Die Asphalthersteller mussten sich wegen des Produktionsstillstands nach anderen Lieferanten umsehen. Auch bei der Diskussion über die hohen Spritpreise in den vergangenen Monaten wurde der Produktionsausfall in Vohburg immer wieder als einer der Gründe für die Preissteigerung genannt.

Die genaue Unglücksursache ist nach Angaben der Kriminalpolizei weiterhin ungeklärt. Das Landeskriminalamt in München arbeitet noch an dem entsprechenden Gutachten. Bayernoil will den Standort Vohburg wiederaufbauen. Einen genauen Zeitplan gebe es dafür aber noch nicht. „Da sind wir gerade dabei“, sagte Strummer. ULF VOGLER

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