Mordfall Sophia
Im Fall der getöteten Tramperin Sophia L. aus Amberg in der Oberpfalz könnte in diesem Jahr der Mordprozess beginnen. Die 28-Jährige wollte Mitte Juni von Leipzig aus, wo sie studierte, in Richtung Nürnberg trampen. Den Ermittlungen zufolge nahm sie ein Lastwagenfahrer an einer Tankstelle an der A9 in Sachsen mit – und brachte sie in Oberfranken um. Der Marokkaner wurde in Spanien gefasst. Die Staatsanwaltschaft will voraussichtlich im ersten Quartal 2019 Anklage erheben.
Hilfspfleger
Die Münchner Staatsanwaltschaft I rechnet für das Frühjahr mit der Anklage im Fall eines mit Insulin deutschlandweit mordenden Hilfspflegers. Im Laufe des Jahres könnte der Prozess folgen. Nach Angaben vom November werden dem Mann sechsfacher Mord sowie Mordversuch in drei Fällen und gefährliche Körperverletzung in weiteren drei Fällen vorgeworfen. Jedes Mal soll die polnische Pflegekraft den zu betreuenden Senioren im Alter von 66 bis 91 Jahren Insulin gespritzt haben, obwohl sie das gar nicht brauchten. Der mutmaßliche Mörder flog im Februar 2018 durch den Tod eines 87-Jährigen in Ottobrunn bei München auf.
Eingemauerte Eltern
Das Ehepaar aus Schnaittach bei Nürnberg wurde erschlagen und die Leichen eingemauert. Ab Februar müssen sich der Sohn des Paares und dessen Frau vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Deutschen Mord in zwei Fällen vor – auch wenn der Sohn die Vorwürfe bestreitet und die Frau sagt, nicht an der Tötung beteiligt gewesen zu sein.
Jagdunfall
An einem Sonntag im August fuhren zwei Männer im Auto auf der Bundesstraße 16 in Nittenau (Landkreis Schwandorf). Plötzlich zerbrach eine Scheibe, der Beifahrer sackte tot zusammen – getroffen von einem Projektil aus einem Jagdgewehr. Die Polizei ermittelte einen Jäger, aus dessen Gewehr die Patrone stammen soll. Die Ermittler gehen von einem Unglücksfall aus, werfen dem Mann aber fahrlässige Tötung vor.
Mysteriöse Todesfälle in Seniorenresidenz
Nach rätselhaften Todesfällen in der „Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf“ in Untermerzbach (Landkreis Haßberge) arbeitet die Staatsanwaltschaft dicke Aktenberge ab. Im kommenden Jahr will sie Anklage erheben. In der Seniorenresidenz waren vor mehr als drei Jahren fünf Bewohner unter dubiosen Umständen gestorben. Die Seniorenresidenz soll nach einem gerichtlich bestätigten Beschluss der Behörden im Frühjahr 2019 den Betrieb einstellen.
Konstruktionsfehler
Am 15. Juni 2016 stürzte ein frisch betoniertes Teil der Schraudenbach-Talbrücke der A7 nahe dem Kreuz Schweinfurt/Werneck ein. Mehrere Bauarbeiter wurden bis zu 26 Meter in die Tiefe gerissen. Ein Arbeiter, Vater von zwei Kindern, starb. 14 weitere Menschen wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen drei Ingenieure erhoben wegen fahrlässiger Tötung in einem Fall und fahrlässiger Körperverletzung in 14 Fällen. Sie sollen beim Erstellen beziehungsweise Prüfen der statischen Berechnungen nicht sorgfältig gearbeitet haben.
Grusel mit Echtheitsfaktor
Schon in vergangenen Jahr beschäftigte der gruselige Fall von echten Grabsteinen in einem Freizeitpark in Unterfranken die Justiz. Das Amtsgericht Kitzingen verurteilte den Besitzer des Parks unter anderem zu einer Geldbuße von 1200 Euro, weil er die Grabsteine ohne Zustimmung der Angehörigen aufgestellt hatte. Eine 13-Jährige hatte im Vorgarten des Geisterhauses den echten Grabstein ihres 1996 gestorbenen Großvaters entdeckt. Das Urteil war der Staatsanwaltschaft zu wenig, sie legte Berufung gegen das Urteil ein.
MARCO KREFTING
UND MICHAEL KIEFER