Die Ereignisse in Amberg – was bisher bekannt ist

von Redaktion

Über die Attacken in Amberg am Abend des 29. Dezember, einem Samstag, schießen die Gerüchte und teils böswilligen Behauptungen ins Kraut. So heißt es auf Twitter, die vier Asylbewerber seien „drei Stunden prügelnd durch Amberg“ gezogen, man müsse der Polizei „ankreiden, warum nicht früher eingegriffen wurde“.

Dabei hat die Polizei bereits einen Tag nach den Taten einen relativ präzisen Bericht über den Ablauf der Ereignisse gegeben. Demnach ereignete sich die erste Tat gegen 18.45 Uhr, als ein Reisender in der Bahnhofshalle unvermittelt mit Schlägen traktiert wurde. Danach gingen bei der Polizeiinspektion Amberg mehrere Anrufe ein, in denen über Prügeleien auf dem Bahnhofsvorplatz berichtet wurde. Auch das Schnellrestaurant „Subway“ im Bahnhofsgebäude stand im Zentrum der Attacken – etwa zehn Menschen flüchteten sich in den Laden, deren Angestellten nach einem Bericht der „Mittelbayerischen Zeitung“ geistesgegenwärtig zusperrten. Allerdings wurde der Filialleiter, ein 19 Jahre alter Mann, selbst angegriffen – er erhielt eine Kopfnuss und einen Kratzer am Hals.

Als die alarmierte Polizei kurze Zeit nach dem Alarm am Bahnhof eintraf, waren die Täter allerdings geflüchtet. „Trotz umgehend eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen“ gelang es zunächst nicht, sie zu finden. Das war erst zweieinviertel Stunden später möglich, als das Quartett erneut auffällig wurde: Denn gegen 20.45 Uhr erreichte die Polizei erneut eine Meldung über eine „Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten“, wie ein Polizeisprecher sagte. Und diesmal kam die Polizei rechtzeitig: In der Oberen Nabburger Straße/Schanzgäßchen, vielleicht 300 Meter vom Bahnhof entfernt, konnten vier betrunkene Asylbewerber festgenommen werden. Sie hatten insgesamt zwölf Personen verletzt, überwiegend leicht. Die Opfer sind zwischen 16 und 42 Jahre alt. Ein 17-Jähriger war aufgrund einer Kopfverletzung kurz im Krankenhaus.

Bei den Tätern handelt es sich wie berichtet laut bayerischem Innenministerium um einen Iraner und drei Afghanen im Alter von 17 bis 19 Jahren. Einer wohnte in Auerbach/Oberpfalz, einer in Regensburg, zwei waren ohne festen Wohnsitz. Alle vier sind in Haft. „Aktuell ist die Abschiebung aber noch in keinem der Fälle rechtlich möglich“, erklärte Minister Joachim Herrmann.

Beim Iraner scheitert die Abschiebung an einem fehlenden Pass, den Iran ausstellen müsste. Einer der Afghanen ist minderjährig, daher gilt ein Abschiebeverbot. Dieses soll, wie Herrmann erklärte, „nach Möglichkeit“ vom Bundesamt für Asyl und Flüchtlinge (Bamf) aufgehoben werden. Bei einem weiteren Afghanen läuft noch das Asylverfahren (Berufung). Mehr als ein Appell, das Verfahren zu beschleunigen, bleibt Herrmann nicht. Auch beim dritten Afghanen ist das Asylverfahren nicht beendet. DIRK WALTER

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