Der Erfolg hat viele Väter. Und so ist es auch kein Wunder, dass Grüne, SPD, Bund Naturschutz und Vogelschützer nun über das ErVolks-Begehren jubeln. Klar, ohne diese mitgliederstarken Verbände und Parteien wäre das Begehren zum Rohrkrepierer geworden. Es ist also auch ihr Erfolg – aber nicht nur. Häufig unterschlagen wird, dass ein Außenseiter die Initialzündung gab: die Ökologisch-Demokratische Partei, kurz ÖDP. Sie hat schon öfters mit Volksbegehren – siehe Nichtraucherschutz oder Senats-Abschaffung – gepunktet. So auch diesmal.
Auf so eine Strategie mus man erst mal kommen: Die ÖDP hatte den detailverliebten Text des Volksbegehrens im Alleingang formuliert und zum Entsetzen nicht weniger Umweltexperten ausgerechnet kurz vor der Landtagswahl gestartet – wohl wissend, dass dann das Volksbegehren terminbedingt in den Winter fallen würde. Das hatte den Umweltverbänden einen kalten Schauer über den Rücken gejagt – Bienenschutz im Winter könne niemals funktionieren, hatten nicht wenige geraunt. Letztendlich haben sich alle getäuscht: die ÖDP über den erhofften Zulauf bei der Wahl (sie landete bei nur 1,6 Prozent), die Umweltverbände über den Zuspruch für den Bienenschutz, der jegliche Erwartungen übertraf.
Nun bejubeln alle den Erfolg, sprechen von einer neuen Umweltbewegung, ja sogar von einem „Weckruf“ für Europa. Ob diese Einigkeit lange anhält, darf man bezweifeln. Wahrscheinlich hat die ÖDP schon das nächste Volksbegehren im Köcher.
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