Der Eisner-Mörder auf dem Geldschein

von Redaktion

München – Heute vor 100 Jahren ermordete der Adlige Anton Graf Arco-Valley Bayerns Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Eisner starb durch zwei hinterrücks abgegebene Schüsse. Arco wurde bei dem Attentat in der heutigen Kardinal-Faulhaber-Straße schwer verletzt. Im Januar 1920 wurde er zunächst zum Tod verurteilt, das Urteil aber schon am nächsten Tag in Festungshaft umgewandelt.

Schon bei der Verkündung des Urteils war Arco von nationalistischen Studenten auf den Straßen Münchens fast wie ein Popstar bejubelt worden. Einen Eindruck davon, wie Arco gefeiert wurde, vermittelt ein Fundstück aus der Sammlung von Albert Katzmayr aus Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim). Katzmayr sammelt sogenanntes Notgeld – Geld, das Städte und Gemeinden in der Inflationszeit druckten. Auch die Gemeinde Aurolzmünster in Oberösterreich tat das. Und sie druckte kurz nach dem Arco-Urteil das Porträt des jungen Adligen auf den Schein – Katzmayr hat Scheine mit dem Nennwert von 10, 20 und 50 Heller. Dazu muss man wissen, dass Aurolzmünster die Nachbargemeinde von St. Martin im Innkreis ist – dort ist (noch heute) das Stamm-Schloss der Arcos.

Es soll damals auch Postkarten mit dem Konterfei Arcos gegeben haben – Heldenverehrung für einen Mann, der zum Mörder wurde.  dw

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