Korruptionsverfahren gegen Ex-OB von Ingolstadt

von Redaktion

Ingolstadt – Der frühere Oberbürgermeister von Ingolstadt, Alfred Lehmann, muss sich ab Donnerstag in einem Korruptionsverfahren vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 68-jährigen CSU-Politiker Bestechlichkeit und Untreue vor. Es geht darum, dass Lehmann als Rathauschef bei Immobiliengeschäften die Stadt geschädigt haben soll, um dadurch private Vorteile einstreichen zu können.

Wie das Landgericht Ingolstadt mitteilte, plant die Strafkammer mit insgesamt 16 Verhandlungstagen. Das Urteil könnte demnach am 10. Mai fallen. Lehmann weist die Vorwürfe nach Angaben seines Verteidigers zurück. Der Anwalt hatte im Vorfeld des Verfahrens erklärt, der Ex-Politiker wolle seine Unschuld beweisen.

Laut Staatsanwaltschaft geht es um den Verkauf einer Immobilie im Bereich einer früheren Kaserne sowie um den Verkauf von Flächen eines ehemaligen Krankenhauses. In beiden Fällen soll Lehmann als Vorsitzender der Aufsichtsgremien gegen seine Dienstpflichten verstoßen haben. Im Gegenzug habe Lehmann von den Geschäftspartnern vergünstigte Wohnungen erhalten. Der OB soll dadurch privat wirtschaftliche Vorteile in sechsstelliger Höhe, also mindestens 100 000 Euro, gehabt haben. Neben Lehmann müssen sich auch zwei Mitarbeiter von den beiden Unternehmen, die an den Immobilienverkäufen beteiligt waren, vor Gericht verantworten.

Lehmann war von 2002 bis 2014 OB von Ingolstadt. Im Prozess geht es um Fälle aus den Jahren 2010 bis 2013. Knapp 50 Zeugen sollen aussagen. Ein Sachverständiger soll ein Gutachten über den Wert der Immobilien vorstellen, um die es geht.  lby

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