„Ich liebe die Birkenallee“

von Redaktion

MEIN DORF Andreas Wagner, 71, lebt in Gröbenried

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Andreas Wagner, 71, ist verheiratet, hat drei Kinder und eine Enkelin. Obwohl er als Ausbilder für Post und Telekom viel unterwegs war, hat es ihm nie irgendwo besser gefallen als in Gröbenried im Landkreis Dachau.

Wie lange leben Sie schon in Gröbenried?

Ich bin in Altomünster geboren und kam mit fünf Jahren nach Gröbenried. Das war 1953. Meine Eltern haben eine Landwirtschaft gepachtet, aber nur für drei Jahre. Dann haben wir ein Haus gebaut. Inzwischen wohne ich seit 65 Jahren hier. Ich könnte es mir gar nicht woanders vorstellen. Meine Frau und ich fahren auch fast nicht in den Urlaub. Es gefällt uns hier.

Was mögen Sie so an Ihrem Dorf?

Dass wir, obwohl wir nur zwei Kilometer vom Stadtrand Dachau entfernt sind, sehr ruhig wohnen. Wir sind ein kleines Straßendorf, ich glaube, der neueste Stand ist 227 Einwohner. Früher, als wir als Kinder als Maschkera die Häuser abgegangen sind, da hat man noch jeden gekannt. Und die Hunde und die Katzen auch.

Hat sich das geändert?

Es sind viele zugezogen. Jetzt kennt man die Nachbarn nicht mehr alle. Aber wir zählen zum Außenbereich der Gemeinde Bergkirchen. Deswegen darf bei uns nicht gebaut werden. Gröbenried wächst also nicht.

Was gibt es bei Ihnen?

Wir haben eine Gaststätte, einen Griechen. Außerdem ist einiges an Gewerbe da, obwohl wir nur so wenige Einwohner sind. Und es gibt einen Segel-Flugplatz. Der hat einmal im Jahr Nachbarschaftsfest. Da geht es immer rund, mit einigen Vorführungen. Das ist der Höhepunkt des Jahres.

Wie ist das Vereinsleben?

Der einzige Verein ist der Schützenverein. Da war ich früher Vorstand. Der Verein veranstaltet einmal im Jahr die Nikolausfahrt. Da fährt der Nikolaus mit der Kutsche durch das Dorf und beschenkt die Kinder. Am 24. Dezember um 16 Uhr schießen die Böllerschützen außerdem das Christkindl an.

Was muss man bei Ihnen gesehen haben?

Sehr nahe liegt der Waldschwaigsee. Da geht es im Sommer rund, wenn die Gäste aus München kommen.

Gehen Sie an den See?

Nein, ich habe meinen Swimmingpool im Garten. Früher war ich schon drüben. Der See wurde 1971 ausgebaggert, weil man Kies für die B 471 gebraucht hat. Vorher haben wir als Kinder dort im Wald Räuber und Gendarm gespielt. Auch als der See noch nicht so bekannt war, waren wir noch drüben. Aber mittlerweile geht es da zu – das muss ich ned ham.

Wo sind Sie stattdessen gerne unterwegs?

Wenn ich spazieren gehe, laufe ich die Birkenallee zum Waldschwaigsee entlang. Die Allee ist der schönste Ort hier. Die liebe ich. Sie steht auch unter Naturschutz.

Interview: Christian Masengarb

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