München – Bei diesem Urlaubssouvenir vergeht vielen wohl der Appetit: Zwei verzehrfertige Teile einer gebratenen Rohrratte haben Zollbeamte bei einer Kontrolle am Flughafen München im Reisegepäck eines Mannes gefunden. Das Tier sei „so groß wie ein halbes Stachelschwein“ gewesen, sagte Thomas Meister, Sprecher des Hauptzollamtes München. Der Mann hat das Tier am Montag von einem Urlaub aus Nigeria mitgebracht.
Nach Angaben des Zollamtes wollte er die verzehrfertige Rohrratte als Delikatesse an Freunde verschenken. Doch das Fleisch ist wegen tierseuchenrechtlicher Regelungen nicht einfuhrfähig. Es wurde deshalb eingezogen und fachgerecht entsorgt. Trotz ihres Namens sind Rohrratten mit Ratten nicht näher verwandt. Stattdessen handelt es sich bei ihnen um große, eher schwerfällig gebaute Nagetiere mit rauen, borstigen Haaren. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal und Sudan bis Namibia und das nördliche Südafrika. Dort dient das Fleisch der durchschnittlich zwischen drei und 4,5 Kilo schweren Nager als Nahrungsmittel. Auf manchen afrikanischen Märkten wird jährlich mehr Fleisch von Rohrratten als von Rindern oder Schweinen verkauft. lby