München/Fürth – Für viele ist es der schönste Tag im Leben, für manche aber auch der stressigste – in jedem Fall ist die Hochzeit für das Brautpaar ein aufregendes Ereignis. An diesem Tag soll alles perfekt sein, und das gilt natürlich auch für die Kulisse, vor der das Ehepaar „Ja“ sagt. Immer mehr Heiratswillige entscheiden sich dafür, in Bayern den Bund der Ehe zu schließen. Wie das Landesamt für Statistik mitteilte, gaben sich 2011 auf 1000 Einwohner gerechnet 4,7 Paare das Jawort, 2017 waren es 5,2 Paare. „Man sieht einen Aufwärtstrend“, sagte eine Sprecherin des Landesamtes.
Am meisten wird den Zahlen zufolge in Schwaben und der Oberpfalz geheiratet. Mit fünf Paaren auf 1000 Einwohner bildet Oberbayern das Schlusslicht. Dennoch gibt es in diesem Regierungsbezirk einige Hochzeitshochburgen: Etwa 60 Paare heiraten jährlich in fast 3000 Metern Höhe auf der Zugspitze im Kreis Garmisch-Partenkirchen. „Wir haben schon Leute gehabt, die im Skianzug heiraten – und dann zum Skifahren gehen“, sagt Hermann Gerg, Leiter des Standesamtes Garmisch-Partenkirchen.
Auch der mondäne Tegernsee ist bei Hochzeitspaaren beliebt. 375 Ehen wurden 2018 im Rathaus der Stadt Tegernsee (Kreis Miesbach) geschlossen. Kein Wunder, denn das Rathaus liegt malerisch am See und der Schiffsanlegesteg ist direkt am Haus. „Es hat sich herumgesprochen, dass es schön ist, hier zu heiraten“, sagt Hans Staudacher, Geschäftsleiter der Stadt.
Auch das Schloss Neuschwanstein dient vielen Brautpaaren als romantische Kulisse, obwohl dort nicht geheiratet werden darf. Für Hochzeitsfotos können Brautpaare aber vor dem Schloss posieren. Vermählungen organisiert das Füssener Standesamt in umliegenden Sehenswürdigkeiten wie Schloss Bullachberg, Kloster Sankt Mang oder Hohes Schloss Füssen. Denn im bekannten Märchenschloss dienen die Schauräume nur als Museum. Trotzdem erfolgen in Füssen etwa 250 Eheschließungen jedes Jahr.
Im Kloster Seeon im Chiemgau geben sich jährlich etwa 120 Paare das Jawort. Für internationale Ehepaare werden sogar Dolmetscher bereitgestellt. Im Gegensatz dazu müssen Liebende in St. Bartholomä sogar den Pfarrer selbst mitbringen und für die Hochzeitsgesellschaft Boote buchen. Denn die Wallfahrtskirche am Königssee ist nur übers Wasser zu erreichen.
Umgeben von Wasser sind auch Brautpaare, die im Wasserschloss Mitwitz im oberfränkischen Landkreis Kronach heiraten. Denn das Schloss steht inmitten eines Wassergrabens und ist idyllisch im Grünen gelegen. Neben dem Wasserschloss ist auch die Festung Rosenberg im Kreis Kronach ein begehrter Ort für verliebte Paare. Auf der Festung wurden 2018 77 Trauungen vollzogen.
Ein Renner unter den Hochzeits-Locations ist zudem die Nürnberger Kaiserburg, von der aus man die Stadt gut überblicken kann. Nur an 13 Terminen sind in diesem Jahr dort Eheschließungen möglich. Im Vorjahr trauten sich 84 Paare im Herzen Nürnbergs. Auch das Fembohaus, das einzige erhaltene Kaufmannshaus aus der Spätrenaissance in Nürnberg, ist bei Brautpaaren mit 48 Eheschließungen 2018 sehr beliebt.
Die unterfränkische Stadt Amorbach im Kreis Miltenberg eignet sich nicht nur wegen ihres Namens hervorragend für Hochzeiten. Auch die Trauorte sind verlockend: eine Klosterruine, ein Fürstenhaus und ein alter Eisenbahnwaggon. Rund 80 Trauungen gibt es dort pro Jahr – bei 4000 Einwohnern wären 20 Trauungen normal. Amors Pfeil trifft Amorbach wohl besonders häufig. lby/cia