Gestern ist mir eine große Spinne über den Weg gekrabbelt. Ich hatte sie noch nie gesehen. Und wie sich herausstellte, war die Spinne, die Ursula hieß, neu zugezogen – allerdings nicht freiwillig: Ursula hatte zuvor in einem Haus im Dorf gelebt. Doch am Wochenende war sie in einen Picknickkorb geklettert – und wurde von den Zweibeinern an den See getragen. „Als das Geschüttel aufhörte, wollte ich nur noch raus“, sagte Ursula. Sie war ganz durcheinander und ich musste ihr versprechen, sie nicht zu fressen. „Keine Angst“, quakte ich. „Nimm doch ein Bad, dann ist der Schreck bald vergessen!“ Doch das machte der Spinne noch mehr Angst. „Ein Bad?“, fragte sie. „Im Wasser würde ich untergehen und ertrinken. Ich bin doch keine Wasserjagdspinne – die können so was.“ Diese Tiere leben in den Regenwäldern Südamerikas, verriet mir Ursula. „Sie können auf dem Wasser laufen und sogar tauchen. Dabei werden sie nicht mal nass.“ Denn ihr ganzer Körper ist von kleinen Borsten überzogen. Dazwischen bildet sich im Wasser ein Luftpolster, das die Spinne umhüllt: So kann sie bei der Jagd auf dem Wasser laufen – und sogar tauchen: Dann ist ihr ganzer Körper von einer Luftblase umhüllt. Darin bleibt sie trocken und kann atmen – wie in einer Tauchkapsel. Eure Paula