Die Geschichte hat sich wider Erwarten zum Guten gewendet: Das Ende der Erdinger Geburtshilfe war schon besiegelt, und doch haben es die Verantwortlichen geschafft, sie zu retten. Ein Happy End für die Klinik und den Landkreis, vor allem aber für die werdenden Mütter in der Region, die weiterhin eine Entbindungsstation in unmittelbarer Nähe haben. Wenn man so etwas liest, macht das Hoffnung – die könnte gerade die Geburtshilfe gut gebrauchen. Immer ist die Rede von zu großer Belastung, zu wenig Unterstützung und einem Mangel an Zeit, Personal und Platz. Da drängt sich doch unweigerlich die Frage auf: Könnte das, was Erding geschafft hat, nicht auch in anderen Kliniken klappen?
Man kann es sich leider nicht so einfach machen und sagen: Sollen es die anderen Landkreise halt wie die Erdinger machen. Der Kreis Erding hat dank seiner guten wirtschaftlichen Situation die finanziellen Mittel, das Klinikum ist nicht in den Händen eines privaten Trägers – viele Faktoren mussten passen, damit eine Rettung wie im Fall der Erdinger Geburtshilfe gelingt.
Was sich aber alle abschauen können, ist die Art, wie die Verantwortlichen das Problem angepackt haben. Sie haben diejenigen mit ins Boot geholt, die es für eine funktionierende Geburtshilfe zwingend braucht: die Hebammen. Sie haben zugehört, verstanden und umgesetzt. Und so ein Arbeitsumfeld geschaffen, in dem es trotz des schwierigen Stands der Geburtshilfe in unserem Gesundheitssystem möglich ist, dass nicht nur die Hebammen, sondern auch das übrige medizinische Personal seinen Job gut und gerne machen kann. Diese Erkenntnis ist viel wert – und könnte unabhängig von den jeweiligen Rahmenbedingungen überall angewandt werden.
Kathrin.Brack@ovb.net