Blumenmond nannten ihn unsere Vorfahren, den Monat der bunten Töne, der die Seele munter macht. Beim Tanz in den Mai, rund um einen der 50 000 Maibäume, die jedes Jahr in Stadt und Land aufgestellt werden, feiern wir die Lebenslust. In der katholischen Tradition ist der Wonnemonat Mai der Gottesmutter Maria geweiht und beginnt mit dem Hochfest Patrone Bavariae. In Altötting wird am 1. Mai die Wallfahrtsaison feierlich eröffnet. 2019 steht diese unter dem Leitwort „Heilen, was verwundet ist“.
In diesem Zusammenhang auf den Aktionstag am 5. Mai hinzuweisen, scheint zunächst ein ziemlich schlechter Übergang zu sein. Doch genauer betrachtet nicht so verwunderlich: „Weltlachtag“. Initiiert wurde er 1998 von dem indischen Arzt Madan Kataria. Bei seinen Recherchen zu einem Buch stieß er auf eine überwältigende Flut an wissenschaftlichen Belegen über die gesundheitlichen Wirkungen des Lachens. Er ging in einen Park und motivierte Menschen, sich gegenseitig etwas Lustiges zu erzählen.
Eine Studie beweist, dass sich alle danach den ganzen Tag über besser fühlen. Längst entwickelte sich daraus eine weltweite Bewegung. Durch das gemeinsame Lachen soll ein Zeichen für Brüderlichkeit, Freundschaft und Frieden gesetzt werden. Punkt 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen sich an dem Tag Lachclubs aus der ganzen Welt, um drei Minuten lang zu lachen.
Lachen als Signal, gerade in Zeiten, da es ja eigentlich nicht viel zu lachen gibt. Angeblich spielt es auch gar keine Rolle, ob einem gerade danach ist oder nicht. „Irgendwann geht das anfangs künstliche Lachen in ein echtes ausgelassenes über“, sagen die Anhänger des Lachyogas.
„Heilen, was verwundet ist“ – das wunderbare Motto des Wallfahrtsjahres, man kann es auf vielfältige Weise betrachten. Vielleicht passt es sogar zum Muttertag am 12. Mai? Mehr als 100 Millionen Euro werden jährlich für Blumen ausgegeben. Anlass für immer die gleichen Diskussionen: Geschäftemacherei oder doch eine echte Herzensangelegenheit? Wie auch immer – jede Gelegenheit ist willkommen, um einfach mal Danke zu sagen. Eine Nachbarin, um deren Einsamkeit man weiß, mit einem Veilchensträußchen überraschen, jemandem in der Ferne, der einem am Telefon seinen Kummer gebeichtet hat, spontan einen duftenden Gruß schicken. Blumen sind nicht nur Boten der Natur, sie trösten, heben die Stimmung.
Besonders festlich wird der Muttertag im US-Staat Virginia begangen. Dort hatte die Frauenrechtlerin Anna Marie Jarvis 1908 einen Feiertag zu Ehren der Mütter initiiert. Bei einem Gottesdienst für ihre verstorbene Mutter verteilte sie 500 weiße Nelken – ein Dankeschön für all jene Frauen, die sich in der Krankenpflege von Opfern des amerikanischen Bürgerkriegs verdient gemacht hatten. Heilen, was verwundet ist…
1922 fand die blumenreiche Geste auch in Deutschland Anklang. Floristen warben in ihren Schaufenstern mit Plakaten, Mütter mit Sträußen zu beschenken. Vielleicht wäre der 12. Mai auch eine wunderbare Gelegenheit, jenen zu danken, die Mütter und Väter in Heimen pflegen? Unserer Patrona Bavariae würde es sicher gefallen…
In diesem Sinn –
herzlich
Ihre Carolin