Schweigemarsch für Diakoninnen

von Redaktion

Für die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche demonstrieren am Montag Katholiken in München. Sie appellieren an Kardinal Marx, sich für den Diakonat der Frau einzusetzen.

München – Er ist immer am Festtag der Heiligen Katharina von Siena: der Tag der Diakonin. Seit Jahrzehnten gibt es in der katholischen Kirche die Debatte über die Gleichberechtigung der Frauen und den Wunsch nach Zulassung von Frauen zum Diakonenamt. Am Montag feiern sechs katholische Verbände und Gruppierungen – der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Gemeindeinitiative, die Initiative Muenchner Kreis und „Wir sind Kirche“ – um 18 Uhr einen Gottesdienst in der St. Michaels-Kirche (Neuhauser Straße 6). Anschließend findet ein Schweigemarsch in Richtung Liebfrauendom statt.

Passend zum Termin haben die Organisatoren den Münchner Kardinal Reinhard Marx in einem Brief dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass alle kirchlichen Ämter für Frauen geöffnet werden. „Immer weniger Menschen verstehen die Zögerlichkeit der römisch-katholischen Bischöfe und erwarten von Ihnen nun sehr zeitnah ein mutigeres und entschlossenes Handeln in der Frauenfrage“, schreiben sie. Das Verharren auf nicht mehr tragfähigen dogmatischen Positionen habe die Kirche erst in ihre heutige Schieflage gebracht. Posten für hohe Kirchenbeamtinnen dürften kein Feigenblatt für das Nichthandeln im Bereich Diakonat sein. Damit spielen die Organisatoren darauf an, dass im Erzbistum eine oberste Verwaltungsleiterin gesucht wird. Kardinal Marx hat zwar mehrfach betont, dass die Rolle der Frau gestärkt werden müsse. Zum Diakonat der Frau aber hat er sich bislang nicht klar positioniert. cm

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