München – Schluss mit Frühling – am Wochenende bricht vorerst wieder Winter in Bayern aus. Zumindest am Alpenrand und in den bayrischen Mittelgebirgen soll es laut dem Deutschen Wetterdienst in der Nacht auf Sonntag schneien. Die Temperaturen fallen am Alpenrand bis auf den Gefrierpunkt.
„In den Lagen oberhalb von 800 Metern kann es am Sonntagmorgen sogar bis zu 40 Zentimeter Neuschnee geben“, kündigt Jens Kühne, DWD-Meteorologe in München, an. Schnee im Mai sei nicht ungewöhnlich. „Normalerweise fallen aber eher mal zehn Zentimeter, nicht das vierfache“, sagt Kühne. Es sei wahrscheinlich, dass der DWD am Wochenende deswegen eine Unwetterwarnung herausgebe. Denn: „Viele Autofahrer haben schon Sommerreifen aufgezogen, für die kann die Wetterlage gefährlich werden“, sagt der Meteorologe.
Schneereich werde es wohl vornehmlich in den zentralen und westlichen bayerischen Alpen wie dem Oberland und dem Allgäu. Insbesondere in Alpentälern – wie der Jachenau im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen – werde Schnee fallen. Weniger Schneegefahr bestehe für den Chiemgau und das Berchtesgadener Land. Im Norden Bayerns wird am Wochenende Dauerregen herrschen.
Am Montagmorgen könnten laut Kühne die Böden gefrieren – eine schlechte Nachricht für jene, die bereits Frühbeete in ihren Gärten angelegt haben. Um die frühe Saat zu schützen, empfiehlt Friedrich Pils, zweiter Vorstand beim Kleingartenverband München, einen kleinen, selbst gemachten Tonofen auf die Beete zu stellen. „So ist eine Frostnacht für Pflanzen überbrückbar“, sagt Pils. Der kleine Ofen sei im Gegensatz zu teuren Plastikabdeckungen aus dem Baumarkt günstig herstellbar. „Sie nehmen ein Teelicht, zünden es an und stellen es unter einen umgestülpten Blumentopf aus Ton auf das Beet“, erklärt Pilz. Wichtig sei, zwischen Erde und Tontopf einen kleinen Spalt zur Luftzirkulation frei zu halten. „Der Topf wird durch das Teelicht einige Stunden lang richtig heiß. Das kann lebensrettend für die Pflanzen sein“, sagt Pils. Nur: Dauert der Bodenfrost länger als nur eine Nacht, seien die Pflanzen kaum mehr zu retten. Schneeempfindliche Blüten, wie die des Rhododendron, müssten besonders geschützt werden. „Am besten man versucht, etwas darüber zu spannen“, sagt Pils. Er empfiehlt, erst nach den sogenannten Eisheiligen auszusäen.
Ob es um die Tage der Eisheiligen vom 11. bis zum 15. Mai eine weitere Kältewelle gibt, ist indes noch unklar. „Der Mai kann kälter werden als erwartet“, sagt Uta Zimmermann, Diplom-Meteorologin für Regionalklima des DWD. NORA LINNERUD