von Redaktion

Meine Entenfreundin Klara traute sich kaum davon zu erzählen. Viel zu sehr fürchtete sie, die anderen Tiere am See würden sie für verrückt erklären. „Ich glaube, ich werde verfolgt!“, quakte sie mir leise. „Schon ein paar Mal hatte ich das Gefühl, ein Schatten sei blitzschnell und lautlos an mir vorbeigehuscht.“ Zum ersten Mal war sie dem Schatten Mitte April begegnet, in der Dämmerung. Das hatte Waldkauz Ulrich gehört, der auf einem Zweig am Ufer hockte – die Augen nur halb offen, die Ohren dafür umso weiter. „Klaralein, du hast wohl einen Schatten“, kauzte er spöttisch. Doch als er eine Träne in Klaras Augen funkeln sah, tat es ihm leid. Denn er ahnte, wer hinter dem Schatten steckt: bestimmt unser Freund, die Fledermaus Friedrich. Ulrich hatte ihn vor ein paar Tagen erstmals nach dem Winter getroffen. Friedrich hatte wie immer gemeinsam mit einigen Artgenossen in einer Höhle in den Bergen auf den Frühling gewartet. „Gab es da genug zu futtern für Friedrich?“, fragte Klara. „Fledermäuse halten doch Winterschlaf. Im Winter finden sie keine Insekten“, krächzte Ulrich. „Darum schlagen sie sich im Sommer die Bäuche so voll, dass sie dann von den Reserven zehren können.“ Im tiefen Winterschlaf brauchen sie auch viel weniger Energie. Eure Paula

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