Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Sepp Erhard, 65, lebt mit seiner Frau Helga seit 40 Jahren in Perchting im Kreis Starnberg. Er hat zwei Töchter (39 und 38) und zwei Enkelsöhne (5 und 2).
Warum leben Sie so gern in Perchting?
Ich fühl mich pudelwohl und bin mächtig stolz auf mein Dorf. Perchting ist ein Ortsteil von Starnberg, aber ein eigenständiges Dorf, mit knapp 1000 Einwohnern. Wunderschön im Fünfseenland gelegen. Zum Starnberger See, Maisinger See, Wörthsee, Pilsensee und Ammersee haben wir es nicht weit.
Welcher See ist Ihr liebster?
Der Pilsensee: in der untergehenden Sonne ein Traum. Beim kleinen Kiosk „Zur Wurzn“ trifft man sich auf einen Kaffee oder ein Bier.
Was ist das Schönste in Perchting?
Was natürlich gleich ins Auge fällt, ist unsere Kirche Mariä Heimsuchung, eine charakteristisch altbayerische Landkirche im Rokoko-Stil, und ein wunderschöner Kalvarienberg. Die Kirche ist auch bei vielen auswärtigen Paaren beliebt, die bei uns heiraten wollen.
Was ist in Perchting so los?
In Perchting läuft fast alles über unseren Sportverein. Er hat eine unglaublich tolle Theatergruppe, natürlich auch eine super Fußball-Sparte, eine Square-Dance-Gruppe, eine Yoga-Gruppe startet jetzt. Jeder, der sich ein bisserl ins Dorfleben integrieren will, geht zum TSV.
Wird viel gefeiert?
Unser Highlight ist das Stadlfest im Sommer. Das wird vom Burschenverein liebevoll organisiert.
Wann ist das Stadlfest und was ist geboten?
Immer Mitte Juli. Dieses Jahr spielt wieder die Gruppe „The Mercuries“ aus dem Allgäu. Es war auch schon die Erste Allgemeine Verunsicherung bei uns, oder auch Haindling.
Wie steht´s um die Versorgung in Perchting?
Wir haben ein ganz tolles Lebensmittelgeschäft. Das ist noch wie früher: Wenn die Glocken läuten, weil jemand gestorben ist, gehen die Leute zur Martha Stürzer, die den Laden in dritter Generation führt. Dort erfährt man immer das Neueste.
Der Dorfladen trotzt der Discounter-Konkurrenz?
Ja, der Laden ist unbezahlbar. Man schwingt sich aufs Radl, holt sich die Zeitung, die Milch. Die Auswahl ist groß, die Qualität gut. Es gibt auch immer Angebote, wenn man sich informiert, können die Preise mit großen Supermärkten mithalten. Besonders die Zugezogenen schätzen den Laden.
Gibt‘s viele Zugezogene?
Gebaut wird viel. Aber die Häuser passen ins Ortsbild. Wir bekommen jetzt auch einen neuen Kindergarten. Ich finde es aber schade, dass der nicht unterkellert ist und es keine Personalwohnungen für die Erzieherinnen gibt – und das bei einem Millionen-Projekt!
Wie sieht‘s kulinarisch aus?
Unser Sportheim führt ein Italiener, da isst man wirklich ausgezeichnet.
Interview: Aglaja Adam