München – Der Landtag sieht keinen Anlass, im Streit um das Mathe-Abitur einzugreifen. Auch Grünen-Abgeordnete Gabriele Triebel sagte am Ende einer längeren Beratung im Bildungsausschuss des Landtags: „Wir sollten von externen Maßnahmen absehen.“ Zuvor hatte der Amtschef des Kultusministeriums, Adolf Präbst, das Vorgehen seines Hauses verteidigt. Die Mathe-Prüfung sei akribisch vorbereitet worden, es habe wie immer mehrere „Kontrollschleifen“ gegeben, in denen keiner der beteiligten Lehrer Einwände gegen die Aufgaben erhoben habe. Selbst am Tag des Abiturs, einem Freitag, „gab es keine einzige kritische Rückmeldung“. Am Samstag indes initiierten Schüler eine Online-Petition, die eine Lawine auslöste – letztlich zu Unrecht, wie Präbst glaubt. Denn auch nach nun vorliegenden Erst- und Zweitkorrekturen der Aufgaben gebe es „keinen Anhaltspunkt dafür, dass es notwendig ist, nachträglich in die Bewertung einzugreifen“.
In drei Bundesländern – Saarland, Hamburg und Bremen – wird das anders gesehen, dort gibt es teils erhebliche Milderungen zugunsten der Schüler. So hat Hamburg angeordnet, dass schriftliche und mündliche Abiturleistungen gleich zählen. „Das ist aus unserer Sicht problematisch, darüber wird noch zu reden sein“, sagte Präbst. Wie viele bayerische Schüler im Abitur 0 Punkte hatten und in die Nachprüfung gingen, wollte er nicht sagen. Allerdings beunruhige ihn die Zahl nicht. Insgesamt werde das Mathe-Abitur wohl „etwas schlechter ausfallen als im Vorjahr, aber im Rahmen der Schwankungsbreite“. DIRK WALTER