Holzkirchen – Die Diesellok hat ausgedient: In Zukunft sollen die Züge im Oberland mit Stromantrieb fahren. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) und die Vertreter der Schienenbetreiber, Deutsche Bahn und Tegernsee-Bahn, haben eine Planungsvereinbarung unterzeichnet, die einen strombetriebenen Schienenverkehr auf den Weg bringen soll. Am Wochenende stellten sie die Details in Holzkirchen (Kreis Miesbach) vor.
Die jetzige Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hatte das Projekt in ihrer Zeit als Verkehrsministerin auf die Schiene gebracht. „Unser Ziel ist es, den Zugverkehr im Oberland zu stabilisieren und auszubauen“, sagte sie. „Die Elektrifizierung“, so Aigner weiter, „ist eine langjährige Forderung der betroffenen Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen.“
Das elektrifizierte Bahnnetz solle umweltfreundlicher und langfristig kostensparender als der aktuelle Diesel-Betrieb sein. Zudem wolle man „Spielraum schaffen, um für Pendlerinnen und Pendler und Erholungssuchende noch attraktivere Mobilitätsangebote zu schaffen“, so Reichhart.
Dafür gehe der Freistaat finanziell in Vorleistung und fördert die Planungen mit 3,4 Millionen Euro: „Der Bund hat ein Programm zur Förderung der Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken angekündigt. Da ist es gut, schon geplante Strecken in der Hand zu haben, die man dem Bund zur Förderung anbieten kann“, erklärte Reichhart. Wenn im Zuge der ersten Planungsphase noch unzählige Details geklärt werden müssen, so ist heute schon klar: Der E-Zugverkehr wird – wie heute schon die Münchner S-Bahn – unter Fahrdraht erfolgen.
Wann die elektrisch betriebenen Züge durchs Oberland rollen werden, ist noch offen. Das Projekt starte jetzt in die Vorplanungsphase, in der es um die Grundlagen und Kosten gehe, so der DB-Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel. „Einen Inbetriebnahmetermin kann man seriös erst dann nennen, wenn wir Baurecht haben.“
Die Staatsregierung plant, das Oberlandnetz bis Ende des nächstens Jahrzehnts elektrifiziert zu haben. Bis dahin sollen die bestellten Lint-Züge die Stabilität des Netzes verbessern. Ilse Aigner: „Mit der Anschaffung haben wir uns eindeutig Luft verschafft.“ Die Züge sollen 2020 ausgeliefert werden und stehen bis 2032 zur Verfügung.