Augsburg – Zum Abschied von seiner bisherigen Wirkungsstätte hat Bischof Konrad Zdarsa die katholische Kirche gegen Kritik verteidigt. „Katholisch sein heißt ja nicht etwa zuerst gegen etwas sein, auch wenn uns das vielleicht der eine oder andere aufgeklärte Zeitgenosse gern nachsagen möchte“, sagte er am Sonntag bei einer Messe im Augsburger Dom. Der bisherige Bischof der Diözese Augsburg war im Juni 75 Jahre alt geworden und hatte wegen des Erreichens dieser Altersgrenze dem Vatikan seinen Amtsverzicht angeboten, wie dies im Kirchenrecht vorgesehen ist. Vor wenigen Tagen hatte der Papst den Rücktritt angenommen. Zdarsa betonte in seinem Abschiedsgottesdienst: „Katholisch sein heißt aus der Fülle leben, wohl wissend, dass damit zu keiner Zeit mit dem uneingeschränkten Beifall einer gottfernen Welt zu rechnen ist.“ Trotz des Widerstands dürfe „unser letztes Wort niemals der Weheruf über die sein, die uns ablehnen, sondern die Botschaft: Das Reich Gottes ist nahe.“
Zdarsa stand neun Jahre lang als Oberhirte an der Spitze der Diözese, in der rund 1,3 Millionen Katholiken leben. Er war auf Walter Mixa gefolgt, der als Bischof zurücktreten musste, nachdem ihm die körperliche Misshandlung von Heimkindern vorgeworfen worden war.
Zu dem Pontifikalamt zum Abschied kamen mehrere hochrangige Kirchenvertreter, darunter der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Dieser sagte, dass Zdarsa die Bischofskonferenz insbesondere durch seine Erfahrung in der früheren DDR bereichert habe. „Diese Erfahrungen, die Du machen musstest, haben Dich geprägt und zu einem treuen Verfechter unserer Kirche gemacht.“ lby