Pliening – Kaum etwas macht Peter Bachmeier aus Pliening (Kreis Ebersberg) so wütend, wie Menschen, die bei Unfällen gaffen oder sogar mit dem Handy fotografieren oder filmen. Jedes Mal, wenn er las, wie Einsatzkräfte dadurch sogar behindert wurden, regte er sich aufs Neue auf. Nun hat er beschlossen, selbst etwas gegen das Gaffen zu tun: Er hat ein Bilderbuch entworfen, um schon bei der Kindererziehung anzusetzen.
Die Erwachsenen könne man nicht mehr oder nur schwer umerziehen, sagt der pensionierte Grundschulrektor. Die Kinder im Grundschulalter könne man aber erreichen, davon ist der 65-Jährige überzeugt.
Bachmeier schreibt und malt seit Jahrzehnten als Hobby. Da lag es auf der Hand, dem Thema ein Buch mit selbstgemalten Bildern und Reimen zu widmen. Es trägt den Titel „Nicht gaffen! Helfen!“. Die Gaffer hat er mit Aquarellfarben als geschlechtsneutrale Wesen in abschreckenden Farben gemalt. Sie erscheinen, wenn sich ein Tier verletzt hat oder einen Unfall hatte. Statt zu helfen, gaffen sie. Bis am Ende einer von ihnen selbst bei einem Unfall verletzt wird und alle anderen ihm zu Hilfe eilen, statt zu gaffen. Denn: Auch Gaffer können selbst zu Betroffenen werden, die dann schnell Hilfe brauchen – das ist die Lehre in seinem Buch. Gar nicht erst Gaffer werden, lieber helfen, dafür plädiert er auf kindgerechte Weise. „Ich habe absichtlich Tiere verwendet, und keine Unfallsituationen auf Straßen und Autobahnen“, erklärt Buchmeier. „Mit Tieren spricht man Kinder viel besser an.“ Die Gaffer hat er bewusst geschlechtsneutral gezeichnet. „Sodass man mit ihnen nichts zu tun haben will.“
Das Büchlein ist nun fertig. Ziel des 65-Jährigen ist, dass es zu Beginn des nächsten Schuljahres an allen Grundschulen im Landkreis Ebersberg verteilt und eingesetzt wird. Für den Druck des Buches hat er das Berufsbildungswerk St. Zeno in Kirchseeon ausgesucht, finanziert wird es von der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg. Um herauszufinden, ob das Büchlein überhaupt auf Interesse stößt, hat er es vorab verschiedenen Stellen und Personen vorgestellt, unter anderem dem Landrat, dem Schulamt und der Polizei. Alle seien begeistert gewesen, berichtet er. Bachmeier selbst würde sich freuen, wenn es ihm mit seinem Hobby gelungen ist, einen Beitrag gegen das Gaffen zu leisten.