Tirol: Die Fahrverbote bleiben

von Redaktion

München/Innsbruck – Ungeachtet aller Proteste will Tirol an den Fahrverboten und Blockabfertigungen festhalten. Die Bilanz nach dem ersten Wochenende mit der „Dosierung“ des Verkehrs in Kufstein, Reutte und Innsbruck durch Ampeln falle gut aus, bilanzierte Tirols Landeshauptmann Günther Platter. Vor allem im Großraum Reutte habe die Polizei „eine Vielzahl“ von Fahrzeugen festgestellt, die unerlaubterweise von der Fernpassstraße abgewichen waren, um durch die Dörfer zu fahren. Auch in Innsbruck hatte die Polizei viel zu tun. Allein am Kontrollpunkt Patsch wurden am Samstag 220 Autofahrer und 170 Motorradfahrer zurückgewiesen. Die Fahrverbote würden „selbstverständlich“ auch an den nächsten Wochenenden weiter bestehen, betonte Platter.

Ebenso zeigte er sich unbeeindruckt von den Protesten gegen die Lkw-Blockabfertigungen. Zuletzt hatte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) auf eine Lösung des Verkehrsstreits gedrängt. Die Blockabfertigung behindere den freien Warenverkehr, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. Zwar sei das Anliegen Tirols, die Auslastung der Inntal- und Brennerautobahn zu reduzieren, nachvollziehbar. Es brauche aber „gangbare Transportalternativen für den Langstreckentransport zwischen Deutschland und Italien“. Nötig seien Anreize, auf der Brennerroute besonders saubere und besonders leise Lkw zu verwenden. Die Schiene könne erst mittelfristig zu einer geeigneten Transportalternative werden – nach Fertigstellung des Brennerbasistunnels. Deutschland und Italien müssten viel mehr Tempo machen, um Schienenzuläufe zu schaffen.

Platter machte deutlich, dass Tirol nicht nachgeben werde. „Wir werden selbstverständlich auch die Lkw-Blockabfertigungen weiter fortsetzen, ob es unseren nördlichen und südlichen Nachbarn nun passt oder nicht.“ Ziel sei auch nach wie vor die Umsetzung einer höheren Korridormaut von München bis Verona. Bei einem Treffen gestern in Brüssel einigten sich Vertreter von Österreich, Deutschland und Italien zumindest auf die Einrichtung einer grenzüberschreitenden Arbeitsgruppe zu diesem Thema, wie Platter am Abend erklärte.  dw/dpa

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