Flugzeug prallt in Baumarktfassade

von Redaktion

Bruchsal/Dachau – Erfahrene Flugexperten stehen vor einem Rätsel: In Bruchsal, 20 Kilometer nördlich von Karlsruhe, ist am Samstag ein Sportflieger aus dem Münchner Umland beim Versuch, auf einem nahe gelegenen Flugplatz zu landen, mit seiner Maschine in einen Baumarkt gestürzt. Dabei kamen der 80-jährige Pilot, seine Frau (60) und der Sohn (32) ums Leben.

Unfassbares Glück hatten Hunderte Kunden und die Mitarbeiter des Baumarktes, denn das Unglück ereignete sich mitten in der Haupteinkaufszeit. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich mehrere hundert Menschen im Baumarkt. Davon mussten vier von Seelsorgern betreut werden.

Rudolf K. (Name geändert) war mit seinem Flugzeug, einer französischen Jodel Typ DR 1050 Ambassadeur, von einem kleinen Flugplatz in der Nähe des nordrhein-westfälischen Olpe gestartet. Dort hat die Maschine auch ihren festen Standplatz. Ziel des Piloten war es, wie Fliegerkameraden berichten, erst seinen Sohn in Dachau abzusetzen und dann mit seiner Frau nach Frankreich weiterzufliegen.

Warum Rudolf K. überhaupt gegen 13 Uhr Bruchsal ansteuerte, ist bisher unklar. Denn dort dürfen eigentlich nur Mitglieder des örtlichen Luftsportvereins starten und landen. Gäste müssen sich eine Genehmigung per Funk einholen, doch Rudolf K. nahm am Samstag mit niemandem Funkkontakt auf.

Augenzeugen berichten, die Maschine sei beim Versuch der Landung noch einmal durchgestartet. Fast hätte sie dabei eine Gruppe der örtlichen Flugsportler touchiert. Doch die konnten sich durch Sprünge zur Seite gerade noch retten. Beim zweiten Versuch der Landung durchschlug das Flugzeug schließlich einen Zaun und prallte in die Fassade des Baumarktes. Wenig später waren Feuerwehrkräfte vor Ort, die glücklicherweise gerade in einer nahe gelegenen Feuerwehrschule den Ernstfall übten.

Rolf K. galt als erfahrener Flieger. Bevor er mit seiner Maschine nach Olpe umzog, nutzte er jahrelang den Flugplatz Jesenwang im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Erst am Donnerstagabend waren beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Tirol drei Männer ums Leben gekommen: Das Flugzeug war im Wettersteingebirge gegen eine Felswand geflogen und dort zerschellt. Inzwischen sind sich Experten sicher, dass der Pilot der Maschine vom Kurs abgekommen war. Berichten zufolge soll er sich nicht an die vorgegebene Flugroute gehalten haben. Das Flugzeug sei nach Westen abgedriftet und habe daher das knapp 3000 Meter hohe Wettersteingebirge nicht passieren können. Ein Sprecher der Tiroler Landespolizei sagte, zur Absturzursache ermittle die Staatsanwaltschaft in Innsbruck. WOLFGANG DE PONTE

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