Scharf bleibt FU-Chefin

von Redaktion

Kandidatur für Landesvorsitz angekündigt

Neuburg/Waging – Vorerst Konstanz in Oberbayerns CSU: Daniel Artmann und Ulrike Scharf bleiben die Vorsitzenden von Junger Union und Frauen-Union. Der Rosenheimer Stadtrat (30) wurde am Samstag mit 89 Prozent im Amt bestätigt, die Erdinger Landtagsabgeordnete (51) mit gut 98 Prozent.

Artmann kritisierte in seiner Rede in Neuburg die Personalpolitik in Bund und Europa scharf. „Das Postengeschachere in Berlin und Brüssel und die absolut mangelhafte Kommunikation der eigenen Politik sind gerade für viele junge Leute nur noch abstoßend“, sagte er. Die Reaktion der CDU auf die Youtube-Angriffe sei „eine mediale Katastrophe“ gewesen. In der Migrationspolitik kritisierte er einen „immer merkwürdiger anmutenden Zick-Zack-Kurs“ auch von Unionspolitikern bei der Seenotrettung.

Das darf als Wink an Bundesinnenminister Horst Seehofer verstanden werden – er trat bei der JU selbst auf und deutete eine künftig restriktivere Haltung bei der Aufnahme von Seenotgeretteten an. Sein Kurs war in Teilen der Landesgruppe im Bundestag, aber auch der JU als zu nachgiebig empfunden worden. Die Delegierten in Neuburg begleiteten Seehofers Auftritt dennoch sehr herzlich.

Bei ihrer Wiederwahl in Waging kündigte Scharf an, für einen höheren Frauenanteil in der CSU zu kämpfen. „Es hat sich ein bisschen verbessert. Aber 20 Prozent sind zu wenig.“ Die Frauen in der CSU müssten sich politisch stark einbringen, „intensiver auftreten in allen Themen“.

Für Scharf bedeutet das fast einmütige Votum der Oberbayern Rückendeckung: Sie kandidiert Mitte September als Landesvorsitzende der FU – in der CSU ein Posten mit Gewicht. Vorausgegangen war eine bezirksinterne Einigung auf Scharf. Wahrscheinlich kommt es aber zur Kampfkandidatur gegen die Schweinfurter Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber (43). Die scheidende FU-Landesvorsitzende Angelika Niebler hat sich noch nicht positioniert. Sie ist wie Scharf aus Oberbayern.

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

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