Fahndung: Mann würgt Frau in S-Bahn

von Redaktion

Eine 23-jährige Frau fährt in Richtung Geltendorf mit der S-Bahn und hört mit Ohrstöpseln Musik. Sie wird von einem Unbekannten angesprochen. Der Mann beschwert sich über die laute Musik, rastet aus – und würgt sie. Die Polizei sucht jetzt mit Fahndungsfotos nach dem unbekannten Täter.

VON FRANZISKA KONRAD

Grafing – Freitag, 26. April, 13.15 Uhr: Eine 23-Jährige sitzt allein in der S-Bahn Richtung Geltendorf. Mit Ohrstöpseln hört sie Musik. Dabei fällt ihr ein Mann auf, der im Gang auf und ab geht. Kurz vor dem Haltepunkt Grafing-Stadt (Landkreis Ebersberg) kommt er plötzlich auf sie zu, beschwert sich über die laute Musik und beginnt, sie mit ihrem Schal zu würgen. Die Egmatingerin schreit „Hey“, daraufhin lässt der Unbekannte los, beschimpft sie und verlässt bei der nächsten Haltstelle die Bahn. Die Tat wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Mit diesen Fotos sucht die Bundespolizei jetzt nach dem unbekannten Täter. Der Vorfall geschah bereits vor drei Monaten. Dass die Polizei erst jetzt den gesuchten Mann zur Fahndung ausschreibt, ist laut Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei, nicht ungewöhnlich: „Wir versuchen immer erst den Fall polizeiintern mit unseren Möglichkeiten zu lösen.“ Das heißt, es werden Fahndungsflyer gedruckt und in den Dienststellen verteilt, erklärt Hauner. Bringt das keinen Erfolg, wird irgendwann die Staatsanwaltschaft hinzugezogen.

Bei dem aktuellen Vorfall klagte die Frau nach dem Übergriff über rote Streifen am Hals und starke Halsschmerzen. Sie erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und Bedrohung. Zu ihr haben die Beamten keinen Kontakt mehr. Hauner erklärt, dass die Polizei nach solchen Ereignissen psychologische Unterstützung anbiete. „Aber dass die Betroffene das nutzt, ist mir nicht bekannt.“ Daher geht er davon aus, dass die Frau den Vorfall verarbeitet hat.

Ob die Musik wirklich so störend laut war, ist nicht geklärt. Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, gibt es bislang nicht. „Wir haben auch nur die Bilder und keine Tonbandaufnahmen“, sagt Hauner. Der Ausraster des Unbekannten könne viele Gründe haben. „Vielleicht war der Täter schon vorher gereizt. Aber das ist spekulativ.“

Auf den Fotos ist der Gesuchte gut zu erkennen. Der Mann ist etwa 50 Jahre alt, schlank und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß. Er hat grau melierte kurze Haare, trug eine dunkle Brille, eine dunkelbraune Lederjacke und graue Jeans, außerdem einen auffällig bunten Rucksack. „Wenn der Mann hier lebt, stehen die Chancen gut, dass wir ihn erwischen“, sagt Hauner. Hinweise nimmt die Bundespolizei unter der Nummer 089/5 15 55 01 11 entgegen.

Welche Strafe den Gesuchten erwartet, kann der Beamte zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Hier kommen viele Faktoren zusammen: Etwa, ob der Fall vor Gericht landet, ob der Beschuldigte vorbestraft ist oder ob er zur Tatzeit schuldunfähig war.

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