Den Sechsbeinern auf der Spur

von Redaktion

Ob Grashüpfer, Libelle oder Schmetterling: Der Landesbund für Vogelschutz will wissen, wie es um die Insekten im Freistaat steht. Dazu ruft er alle Naturfreunde zum Insekten zählen auf. Heute geht es los.

VON FRANZISKA KONRAD

Hilpoltstein – Etwa 33 000 verschiedene Insektenarten sind in Deutschland zu Hause. Unter dem Motto: „Zählen, was zählt“, ruft der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) ab heute zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland alle Naturliebhaber zum Insektenzählen auf. Bis zum Sonntag, 11. August, sollen die Sechsbeiner eine Stunde lang draußen beobachtet und dokumentiert werden. „Zählen kann man fast überall. Egal ob auf dem Balkon, unter dem Stein oder nur im Blumentopf“, sagt Sonja Dölfel, Sprecherin des LBV.

Dieses Mal konzentriert sich die Aktion auf acht Kernarten, auf die die Teilnehmer besonders achten sollen. Darunter etwa das grüne Heupferd, die blaugrüne Mosaikjungfer, der Siebenpunkt–Marienkäfer und der Schwalbenschwanz. „Diese Tiere sind bei uns relativ weit verbreitet. Deshalb kennen sie auch die meisten von uns“, erklärt die Expertin. Ziel der Aktion ist es in diesem Jahr auch, die Menschen wieder mehr für die Insektenwelt zu begeistern. „Denn nur das, was man kennt, schützt man“, betont Sonja Dölfel.

Wer möglichst viele unterschiedliche Sechsbeiner erleben möchte, zieht am besten bei sonnigem, trockenem und warmen Wetter ohne Wind los. „Das ist das perfekte Zählwetter“, erklärt Dölfel. Sie rät allen Teilnehmern, sich ein Gebiet auszusuchen, das nicht weiter als zehn Meter in jede Richtung vom Standpunkt aus führt. „Beim Insektenzählen sind wir sehr aktiv: Wir können unter einem Stein nachschauen, Grashalme inspizieren oder ein Blatt umdrehen. Deshalb ist es gut, wenn der Bereich nicht zu groß ist“, betont sie. Die erfassten Daten können die Naturfreunde online dem LBV melden (unter www.lbv.de/insektensommer). Die Ergebnisse sammelt der Verbund und wertet sie aus. Durch das Volksbegehren „Artenvielfalt“ in diesem Jahr ist das Interesse der Menschen an Insekten deutlich gestiegen. Aber die Datengrundlage über die Verbreitung der Tiere lässt noch zu wünschen übrig. „Je mehr Naturfreunde mitmachen, desto mehr Daten bekommen wir zusammen“, sagt Dölfel.

Vergangenes Jahr beteiligten sich an der Mitmachaktion bundesweit 18 000 Insektenfreunde. Eine große Bitte hat sie an die Insektenzähler: „Beim letzten Mal haben wir festgestellt, dass viele Teilnehmer in ihrem Garten geschaut haben. Uns interessiert aber auch, was sich am nächsten Bach, im Park nebenan oder im Urlaub in Deutschland alles so tummelt.“ Deshalb ruft der Landesbund auch alle zum Mitmachen auf, die derzeit Urlaub in Deutschland machen. Beim Insektenzählen könne man die Natur am Ferienort besonders intensiv erkunden.

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